"Columbia"-Absturz Drei Teile sollen auf Flügel geprallt sein

Drei Wochen nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" gibt es neue Hinweise auf die mögliche Unglücksursache. Demnach soll der linke Flügel nicht nur von einem Stück Schaumstoff getroffen worden sein.


Startende "Columbia", abfallende Schaumstoff- Stücke (Pfeile): Drei Treffer am linken Flügel?
DPA

Startende "Columbia", abfallende Schaumstoff- Stücke (Pfeile): Drei Treffer am linken Flügel?

Womöglich wurde die "Columbia" beim Start schwerer beschädigt, als die Nasa bisher einräumen wollte. Wie die "New York Times" berichtete, sollen kurz nach dem Abheben drei von der Tankisolierung abgefallene Teile die linke Tragfläche der Fähre getroffen haben. Dem Bericht zufolge hielten Kameras die bis zu 50 Zentimeter großen Stücke fest. Die US-Raumfahrtbehörde hatte bislang ein einzelnes größeres Stück Schaumstoff erwähnt.

Wie aus E-Mails hervorgeht, die am Freitag in Washington im Zuge der Ermittlungen zum Shuttle-Absturz veröffentlicht wurden, hatte ein Ingenieur vom Langley Research Center der Raumfahrtbehörde im US-Bundesstaat Virginia wenige Tage vor dem Unglück am 1. Februar darauf hingewiesen, dass am linken Flügel eine gefährliche Bruchstelle entstanden sein könnte.

Der Nasa-Ingenieur Robert Daugherty ließ auch Enttäuschung darüber erkennen, dass Warnungen vor einer möglichen Gefahr nicht ernst genommen würden. Am 29. Januar hatte er unter anderem vor einem möglichen Bruch in der Nähe des Fahrgestells gewarnt, der durch eine Beschädigung der dortigen Hitzeschutzkacheln ausgelöst werden könnte.

Unterdessen wurden weitere Trümmer der "Columbia" entdeckt. Nahe des texanischen Ortes Lubbock, der über 400 Kilometer von den bisherigen Fundstellen entfernt ist, wurde eine der Kacheln des Hitzeschildes gefunden. Die Nasa dehnte die Suche bis in die über 2200 Kilometer entfernte Ortschaft Caliente im Bundesstaat Nevada aus, wo nach Radaranalysen erste Teile des Shuttles heruntergegangen waren.



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