"Costa Concordia" Satelliten beobachten das Aufrichten des Wracks

Die "Costa Concordia" steht wieder aufrecht. Der heikelste Teil der Bergungsaktion ist damit erfolgreich beendet. Satellitenaufnahmen zeigen die beeindruckende Aktion von ganz oben.

Giglio/Italien - Nach dem erfolgreichen Aufrichten der "Costa Concordia" sind auch am Mittwoch die Arbeiten an dem Schiffswrack fortgesetzt worden. Es gebe noch viel zu tun, sagte der italienische Zivilschutzchef Franco Gabrielli.

Wie die Bergung des Kreuzfahrtschiffs aus dem All ausgesehen hat, zeigen Bilder der Pléiades-Satelliten des Weltraumsystemherstellers Astrium: Man sieht die Costa Concordia vor und während der Bergung vor der italienischen Insel Giglio. Die Aufnahme vom 12. Juli zeigt das havarierte Kreuzfahrtschiff und sehr viele Schiffe, die die Bergung vorbereiten. Auf dem Bild vom 17. September ist die Costa Concordia während der Bergung zu sehen, wobei das Schiff noch nicht vollständig aufgerichtet ist.

Das Aufrichten - in der Fachsprache Parbuckling genannt - war der schwierigste Teil des Bergungsmanövers. Mit Stahlseilen, Flaschenzügen und einem hydraulischen System aus Wassertanks wurde das Wrack aus seiner 65 Grad Schlagseite wieder aufgerichtet.

Wie Franco Gabrielli berichtet, müsse das Schiff vor der Mittelmeer-Insel Giglio nun darauf vorbereitet werden, einen weiteren Herbst und Winter im Meer sicher zu überstehen. Zudem sollten die Vorbereitungen für das Abschleppen des Schiffs im Frühjahr oder Sommer 2014 beginnen. "Wir bearbeiten verschiedene Modelle zur Verstärkung der beschädigten Seite, an der die Schwimmkästen befestigt werden sollen", sagte Gabrielli.

In den kommenden Tagen soll zudem die Suche nach den zwei noch vermissten Opfern des Schiffsunglücks beginnen. Die Leichen einer Italienerin und eines indischen Besatzungsmitglieds wurden bislang nicht gefunden. Am Mittwoch warfen die Familien der beiden Opfer vor der Insel Giglio Blumen ins Meer, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. "In diesen Tagen werden wir eine Antwort bekommen", sagte der Bruder des vermissten Inders. "Wir warten und hoffen alle."

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs im Januar 2012 - es war auf einen Felsen gefahren - waren 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche. Mehr als 20 Monate nach der Katastrophe war die "Costa Concordia" in einer 19-stündigen Bergungsaktion bis zum frühen Dienstagmorgen wieder aufgerichtet worden.

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Havarie der "Costa Concordia": Über 600 Tage auf der Seite

Foto: Marco Secchi/ Getty Images
nik
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