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Mars-Rover: "Curiosity" setzt erstmals Laser ein

Foto: REUTERS / NASA / JPL-Caltech / MSSS / LANL

"Curiosity" Mars-Auto beschießt Stein mit Laser

Die Sonde ist gelandet, jetzt beginnen die Experimente auf dem Roten Planeten: Der Mars-Rover "Curiosity" hat mit seinem Laser erstmals Minerale zertrümmert - und die Forscher überrascht. Der Test soll mehr Daten geliefert haben als vergleichbare Versuche auf der Erde.

Washington - Der Mars-Rover "Curiosity" hat zum ersten Mal seinen Laser eingesetzt und umfangreichere Ergebnisse zur Erde gefunkt als erwartet. Der Forschungsroboter richtete den Laser auf einen etwa faustgroßen Stein. Der Lichtstrahl schlägt Funken, die von dem "Chemistry-and-Camera Instrument" an Bord von "Curiosity" analysiert werden. Das registrierte Licht liefert Informationen über die Beschaffenheit des Materials.

Der Stein sei ursprünglich nur für erste Tests des Lasers vorgesehen worden, teilte die Nasa mit. Angesichts der umfangreichen Ergebnisse könnten Wissenschaftler die Ergebnisse aber nun auch richtig auswerten. "Überraschenderweise sind die Daten sogar besser als bei Tests auf der Erde", sagte Sylvestre Maurice, einer der zuständigen Forscher, laut einer Mitteilung der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Sonntag.

Zuvor hatte "Curiosity" in seiner direkten Nähe auf der Marsoberfläche im Gale-Krater einen Höchstwert von 2,85 Grad Celsius gemessen, sagte John Grotzinger vom California Institute of Technology. "Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Wissenschaft, denn zuletzt hat es auf dem Mars vor genau 30 Jahren eine langfristige Wetterstation gegeben."

Wasser im Gestein

Grotzinger stellte am Freitag vier neue Aufnahmen vor. Auf einem Foto waren deutlich voneinander getrennte Gesteinsschichten der Hügel am Fuß des Mount Sharp zu erkennen. Die Forscher vermuten, dass es im Gale-Krater früher Wasser gab und dass die Gesteinsschichten Spuren von früherem Leben auf dem Mars enthalten könnten.

"Curiosity" soll in ein paar Wochen den Landeplatz verlassen und losrollen. In einigen Tagen werde die Fahrtüchtigkeit des Forschungsroboters erstmals getestet, teilte die Nasa mit. Dazu werde der Rover die vier beweglichen seiner insgesamt sechs Räder erst einmal hin- und herwenden. Danach soll er ungefähr drei Meter vorfahren, sich um 90 Grad drehen, und dann zwei Meter zurücksetzen.

"Es gibt viele erste Male für 'Curiosity' in den nächsten Wochen", sagte Nasa-Manager Mike Watkins. "Aber die ersten Bewegungen der Räder, das erste Mal, dass sich der Rover wirklich bewegt, wird etwas sehr Besonderes sein."

Sechs Wochen Ausfahrt

Die Forscher wissen schon, wo "Curiosity" hinrollen soll: nach Glenelg, ein Gebiet, in dem drei verschiedene geologische Formationen zusammenstießen, sagte Nasa-Manager Grotzinger. Zum Beispiel seien dort übereinandergeschichtete Felsschichten zu finden. "Wir hatten viele starke Möglichkeiten zur Auswahl. Das ist ein Problem, von dem Planetenforscher träumen, aber man kann nur an einem Ort die erste Bohrung durchführen."

Der Landepunkt von "Curiosity" sei so ideal, dass "wir für die erste Fahrt buchstäblich unter jedem Grad des Kompasses auswählen konnten", sagte Grotzinger. "Wir sind fast so weit, dass wir unser neues Ziel in den Navigator eingeben und lossteuern können." Die Fahrt nach Glenelg werde wahrscheinlich etwa vier bis sechs Wochen dauern.

Auf dem Weg soll der Rover loses Gestein vom Boden aufsammeln und analysieren. In Glenelg wird "Curiosity" - so der Plan - dann erstmals seinen Bohrer einsetzen. Nach einem etwa einmonatigen Aufenthalt in Glenelg soll der Rover zum mehr als 5000 Meter hohen Mount Sharp, der offiziell Aeolis Mons heißt, weiterfahren. Dort könnte er etwa gegen Ende des Jahres ankommen.

boj/dpa/Reuters/AFP
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