"Curiosity" Marsrover spielt jetzt Lasertag

Rund 350.000-mal hat der Marsrover "Curiosity" seinen Laser schon benutzt, um Steinproben zu untersuchen. Bisher suchten immer Forscher die Ziele aus. Jetzt kümmert sich das Roboterauto eigenständig darum.

REUTERS / NASA / JPL-Caltech

Der Marsrover "Curiosity" sucht sich die Ziele für seinen Lasersensor ab sofort auch selbst aus. Es sei das erste Mal, dass diese Technik auf einer Planetenmission angewandt werde, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Mit dem Lasersensor kann der Forschungsroboter aus bis zu sieben Metern Entfernung feststellen, woraus beispielsweise ein Stein zusammengesetzt ist.

Rund 350.000-mal hat der Marsrover den Laser in den vergangenen vier Jahren seiner Mission schon benutzt, an rund 1400 Untersuchungszielen. Mithilfe einer speziellen Software kann "Curiosity" seine Untersuchungsziele nun automatisch aussuchen, beispielsweise aufgrund von Größe oder Farbe. Die meisten Ziele legen allerdings immer noch die Nasa-Wissenschaftler fest. "Die Selbstständigkeit ist aber besonders hilfreich, wenn es schwierig ist, das Wissenschaftlerteam einzubinden - während einer langen Fahrt zum Beispiel", sagte Nasa-Forscherin Tara Estlin.

Der Rover "Curiosity" war vor rund vier Jahren auf dem Mars gelandet und ist seitdem im Gale-Krater am Äquator des Roten Planeten unterwegs. Die Maschine hat unzählige faszinierende Bilder zur Erde gefunkt, darunter zuletzt auch ein spektakuläres Selfie.

Nachfolger soll Bodenproben sammeln und eintüten

Inzwischen arbeitet die Nasa bereits am Nachfolger des Roboterautos. Die Zwei-Milliarden-Dollar-Mission soll im Sommer 2020 starten und hat bisher noch keinen Namen. Äußerlich dürfte das Gefährt "Curiosity" durchaus ähnlich sehen, ebenfalls ausgestattet mit einem Laser und einem Bohrsystem.

Zusätzlich soll der Rover besonders interessante Gesteinsproben sammeln und in Röhrchen verpacken, die von späteren Marssonden zur Erde zurückgebracht werden könnten. Dabei müssten die Fundstücke wohl zunächst von einer Mission in die Marsumlaufbahn gebracht werden. In einem weiteren Anlauf könnten sie dann von dort zur Erde geschickt werden.

Bei der Mission im Jahr 2020 werde es - im Gegensatz zu "Curiosity" - auch um die direkte Suche nach Spuren von Leben gehen, erklärte die Nasa. Diese könnten aus der Vergangenheit oder der Gegenwart stammen. Allerdings hat auch "Curiosity" durchaus Ergebnisse geliefert, die mit der Suche nach Leben zu tun haben. So fand der Rover ausgetrocknete Seen und Flüsse, die zumindest lange genug existierten, um Leben zu ermöglichen.

chs/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Tiananmen 22.07.2016
1.
"Bei der Mission im Jahr 2020 werde es -... auch um die direkte Suche nach Spuren von Leben gehen, ... Allerdings hat auch "Curiosity" durchaus Ergebnisse geliefert, die mit der Suche nach Leben zu tun haben. So fand der Rover ausgetrocknete Seen und Flüsse, die zumindest lange genug existierten, um Leben zu ermöglichen. " Also ändert sich das Ziel 2020 wohl bestenfalls unwesentlich. Jedes Ergebnis von Curiosity ist auf Leben bzw. Wasser hin interpretiert worden. Mit dem bekannten Ergebis: NICHTS. Wasser geht halt auch ohne Leben, Leben andererseits geht ohne Wasser nicht. Damit es recht verstanden ist: ich finde diese Art von Exploration großartig. Und je leistungsfähiger und autonomer solche Roboter werden, um so besser. Die dämliche Musk-Masche, Lebensmüde auf eine teure Reise ohne Wiederkehr zu schicken finde ich unsäglich. Musk hat nicht die Bezeichnung "Pionier der bemannten Raumfahrt" verdient, sondern "Pionier der Leichenbestatter".
Henry Jones Jr. 22.07.2016
2. Sie verwechseln Musk mit MarsOne
Musk ist der SpaceX, Tesla etc. Gründer. MarsOne ist die Oneway Realityshow Reise zum Mars, die wahrscheinlich nie stattfinden wird. Musk hat durchaus mutige Pläne für den Mars - aber informieren Sie sich doch selber.
Tiananmen 22.07.2016
3.
Zitat von Henry Jones Jr.Musk ist der SpaceX, Tesla etc. Gründer. MarsOne ist die Oneway Realityshow Reise zum Mars, die wahrscheinlich nie stattfinden wird. Musk hat durchaus mutige Pläne für den Mars - aber informieren Sie sich doch selber.
OK. Danke für die Korrektur. Da lag ich falsch. Bei diesem marsianischen Bestattungsunternehmen MarsOne (!) schwillt mir der Kamm. Danke nochmal.
iimzip 22.07.2016
4. noch ne Korrektur
"Also ändert sich das Ziel 2020 wohl bestenfalls unwesentlich." Einfach den Artikel mal GANZ lesen... Wer mit MarsOne fliegen will, tut das freiwillig (Trump hin oder her) - apropos, da kommt mir eine Idee... Egal. An Marstronauten(?), die sich wohl in grösserer Menge bewerben werden, wird es jedenfalls nicht mangeln. Und deren Beweggründe können Sie ja dann mal mitverfolgen.
Fred the Frog 23.07.2016
5. Sein Leben der Forschung widmen
Auf der Erde wird ein so starkes Engagement für die Wissenschaft wohlwollend zur Kenntnis genommen. Viele hochrangige Wissenschaftler forschen über das Rentenalter hinaus bis es nicht mehr geht. Was soll daran schlecht sein, wenn dies außerhalb der Erde passiert? Allenfalls die Tatsache, dass man Erkenntnis kommen könnte, dass der Mars wissenschaftlich nichts hergibt. Entstehungsgeschichte, Verbleib des Wassers und Fehlen von Leben könnten relativ scnhell geklärt sein und die Suche nach abbauungswürdigen Bodenschätzen muss auch nicht jeden begeistern. Was dann? Die Entwicklung unbemannter Missionen bringt auf alle Fälle Fortschritt auf der Erde, neue Sensoren, Robotertechnik und künstliche Intelligenz sind lohnende Ziele, Mars hin oder her.
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