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"Shefex II": Heiße Spitze

Foto: DPA / DLR

"Shefex II" Deutscher Hyperschall-Flieger meistert Testflug

Nach Tagen der Verzögerung hat der in Deutschland entwickelte Hyperschall-Flugkörper "Shefex II" seinen Testflug absolviert. Er soll dabei helfen, einen neuartigen Hitzeschutz für Raumfahrzeuge zu entwickeln.

Andøya - Mehrfach hatte das Wetter den Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Strich durch die Rechnung gemacht - doch am Freitagabend passten die Bedingungen: Der Hyperschall-Flugkörper "Shefex II" hat seinen immer wieder verschobenen Testflug absolviert. Das Raumfahrzeug ist am Freitag planmäßig nahe Spitzbergen gelandet - und hat die Wissenschaft um Hunderttausende Messdaten bereichert.

Das samt Rakete 12,6 Meter hohe Geschoss war von der nordnorwegischen Raketenbasis Andøya abgehoben. Mit dem Flug wollen das DLR und seine Partner - die Unternehmen EADS Astrium, MT-Aerospace und Boeing sowie die Universität Stuttgart - neue Hitzeschutz- und Kühltechniken für Raumfahrzeuge testen. Der Flugkörper erreichte beim Sturz zurück auf die Erde elffache Schallgeschwindigkeit.

"Shefex" steht für "Sharp Edge Flight Experiment", also einen "scharfkantigen Flugversuch". Vor sieben Jahren hatte das DLR bereits das Vorgängermodell "Shefex I" getestet. Das aktuelle Raumfahrzeug war unter anderem mit mehr als 300 Sensoren für Druck, Temperatur und Wärmefluss ausgerüstet. Die eckige Spitze musste Temperaturen bis 2000 Grad aushalten.


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Anders als etwa bei den Space Shuttles bestand der Hitzeschutz nicht aus abgerundeten und einzeln angefertigten Kacheln, sondern aus ebenen Flächen. "Durch die Scharfkantigkeit reduziert sich die Anzahl der unterschiedlichen Bauteile, die wir brauchen", hatte DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner vor dem Start erklärt. Die DLR-Institute in Stuttgart und Köln hätten die faserkeramischen Verbundmaterialien für den Hitzeschutz erdacht: "Wenn man diese Technologie entwickelt hat, ist es logisch, dass man sie auch anwendet."

Die bei dem Testflug gewonnenen Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler in die Entwicklung eines neuartigen, kleinen Raumgleiters einfließen lassen. Der "REX-Free Flyer" könnte nach dem Jahr 2020 für unbemannte wissenschaftliche Experimente zur Verfügung stehen. "Shefex II" ist nach DLR-Angaben ein rein national finanziertes Projekt. In den vergangenen sechs Jahren wurden, nach Angaben von Hendrik Weihs vom federführenden DLR-Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung in Stuttgart, rund 15 Millionen Euro investiert.

chs/dpa
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