Erfolgreicher Start Deutsches Spiegelteleskop für bessere Wassernutzung auf dem Weg zur ISS

Ein Teleskop soll helfen, weniger Wasser in der Landwirtschaft zu verschwenden. Nun wurde ein Prototyp mit einer Rakete ins All geschossen – entwickelt von Forschenden in Freiburg und Jena.
Nasa-Standort Wallops Island: Start einer Antares-230-Rakete mit dem privaten Raumfrachter »Cygnus«

Nasa-Standort Wallops Island: Start einer Antares-230-Rakete mit dem privaten Raumfrachter »Cygnus«

Foto:

Steve Helber / dpa

Ein in Deutschland entwickeltes Spiegelteleskop, mit dessen Hilfe die Wassernutzung auf der Erde verbessert werden soll, ist am Samstag zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt worden. Eine Antares-230-Rakete mit dem privaten Raumfrachter »Cygnus« und fast vier Tonnen Fracht startete planmäßig um 18.39 Uhr deutscher Zeit am Nasa-Standort Wallops Island im US-Bundesstaat Virginia.

Der Abflug verlief reibungslos, wie es bei einer Live-Übertragung der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Internet hieß. Die Ankunft an der ISS wird für Montag erwartet.

An dem Prototyp eines neuen Messinstruments der Firma ConstellR aus Freiburg haben unter anderem Fraunhofer-Institute aus Freiburg und Jena mitgewirkt. Künftig soll es unter anderem mit einer Thermalinfrarotkamera und einem Mini-Computer zur Datenverarbeitung in sogenannte Mikrosatelliten eingebaut werden, die dann Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche sammeln.

Mitarbeiter der Firma ConstellR: Arbeit an einem Messinstrument mit Spiegelteleskop und Thermalinfrarotkamera

Mitarbeiter der Firma ConstellR: Arbeit an einem Messinstrument mit Spiegelteleskop und Thermalinfrarotkamera

Foto: - / dpa

Nach Angaben von ConstellR sollen die Werte dabei helfen, den Wasserbedarf besser abschätzen zu können und dadurch weniger Wasser zu verbrauchen. »Wenn es Pflanzen schlecht geht, werden sie bräunlich und welk«, sagte Technikchef Marius Bierdel vor dem Start. »Dann ist es aber zu spät.« Dank der Infrarottechnik soll schon zwei Wochen früher sichtbar werden, wo Bedarf zu wässern besteht. Auf der anderen Seite könne verhindert werden, an anderen Stellen Wasser zu verschwenden, so Bierdel.

Die Landwirtschaft verbraucht der Umweltschutzorganisation WWF zufolge 70 Prozent des weltweit zugänglichen Süßwassers. Durch undichte Bewässerungssysteme, ineffiziente Anwendungsmethoden sowie Pflanzen, die gemessen an ihrer Umgebung zu viel Wasser brauchen, würden jedoch 60 Prozent davon verschwendet. Ähnliche Zahlen nennen etwa die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und eine Studie unter anderem des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Hier setzen Bierdel und sein Team an: Ihre Daten wollen sie in erster Linie Unternehmen bereitstellen, die Agrardaten analysieren und die Erkenntnisse daraus an ihre Kunden weitergeben. Dass es in der Branche Interesse gibt, wird beim Deutschen Bauernverband deutlich. Die Hoffnung sei groß, dass satellitenbasierte Messinstrumente helfen, in der Landwirtschaft nachhaltiger mit der Ressource Wasser umgehen zu können, teilt eine Sprecherin mit.

wit/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.