"Discovery"-Crew Angehörige beten für sichere Heimkehr

Panne beim Start, dramatische Reparatur im Weltall: Nach zwei Wochen geht eine nervenaufreibende Mission der US-Raumfähre "Discovery" in ihre letzte und gefährlichste Phase. Die Angehörigen der Crew warten nervös auf die Rückkehr des Shuttles nach Cape Canaveral.


Abschiedsfoto von der ISS: Nach Austausch des Gyroskops arbeitet erstmals seit drei Jahren wieder die komplette Steuerungsanlage der Raumstation
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Abschiedsfoto von der ISS: Nach Austausch des Gyroskops arbeitet erstmals seit drei Jahren wieder die komplette Steuerungsanlage der Raumstation

Cape Canaveral - Nach fast zwei Wochen im All haben sich die sieben Astronauten der "Discovery" am Sonntag auf den gefährlichsten Teil ihrer Reise vorbereitet: der Rückkehr zur Erde. Die US-Raumfähre legte am Samstag von der Internationalen Raumstation (ISS) ab, am Montag wurde sie in Cape Canaveral in Florida erwartet. Die Wetteraussichten waren nach Angaben von Flugdirektor LeRoy Cain gut.

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An Computer-Simulationen übte die Besatzung am Sonntag den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, den riskantesten Teil des Rückflugs. Dieses Manöver steht dieses Mal unter besonders intensiver Beobachtung, nachdem dabei vor zweieinhalb Jahren die "Columbia" auseinander gebrochen war. Die gesamte Besatzung kam damals ums Leben. Mit Bezug darauf sagte Cain: "Wir blicken nach vorne, nicht zurück." Shuttle-Kommandantin Eileen Collins allerdings kann es offenbar gar nicht erwarten, wieder ins All zu starten. "Es ist an der Zeit, nach Hause zu kommen und dran zu arbeiten, den Shuttle besser zu machen, um wieder zu fliegen."

Auf dem Rückflug gab es noch eine gute Nachricht von der ISS. Dort arbeitet zum ersten Mal seit drei Jahren wieder die komplette Steuerungsanlage der Raumstation. Dort herrsche großer Jubel, berichtete Collins. Eine der Aufgabe der "Discovery"-Besatzung war der Austausch eines defekten Steuerungsgeräts, eines sogenannten Gyroskops. Nach dem Abdocken von der ISS kreiste die "Discovery" noch einmal um die Raumstation, von der aus mögliche Problemstellen des Shuttles fotografiert wurden. Die Besatzung war neun Tage und damit einen Tag länger als ursprünglich geplant bei der ISS geblieben, um zusätzlichen Nachschub von der Raumfähre auf die Station zu laden.

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Wann wieder ein Shuttle zur ISS kommt, ist noch unklar: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat alle Starts abgesagt, bis verschiedene Probleme bei der "Discovery" geklärt sind. Unmittelbar nach dem Start am 26. Juli war beispielsweise ein rund 450 Gramm schweres Stück Isolierschaum von der Raumfähre abgeplatzt. Insgesamt gebe es 47 "besorgniserregende" Punkte, sagte der stellvertretende Programm-Manager Wayne Hale in Houston. "Wir sind glücklich, hier einige Zeit verbracht zu haben", sagte die Kommandantin der Raumfähre, Eileen Collins, am Samstag an die Adresse der beiden Besatzungsmitglieder der ISS. "Einige Erinnerungen werden für immer bleiben." Ihren beiden Kindern schickte sie während der Discovery-Mission täglich eine E-Mail aus dem All. "Ich sage ihnen, was ich tue, dass ich sie liebe und vermisse und dass sie sich keine Sorgen um uns machen sollen", sagte die 48-Jährige in einem Telefoninterview der Nachrichtenagentur AP. Trotzdem stieg vor der Rückkehr der "Discovery" in Collins' Familie wie bei den Angehörigen der übrigen sechs Astronauten die Nervosität.

Marcia Dunn, AP



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