"Discovery"-Landung Astronaut Reiter zurück aus dem All

Der Deutsche Thomas Reiter ist zur Erde zurückgekehrt. Die Raumfähre "Discovery" mit sieben Crew-Mitgliedern an Bord landete in der Nacht um 23.32 Uhr MEZ auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Der 48-jährige Reiter kehrt nach fünfeinhalb Monaten von einem Langzeiteinsatz auf der Internationalen Raumstation ISS zurück.


Cape Canaveral - Wegen des schlechten Wetters in Florida war lange Zeit unklar gewesen, ob die "Discovery" überhaupt dort landen konnte. Eine ersten Landetermin hatte die Nasa gestrichen, die Raumfähre musste Ehrenrunden drehen. Notfalls hätte die "Discovery" nach White Sands in New Mexiko oder auf den Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien ausweichen müssen. Die US-Raumfahrtbehörde wollte aber unbebedingt in Florida landen, damit die Mitarbeiter in die versprochenen Weihnachtsfeiertage gehen können. Außerdem waren die
Angehörigen der Astronauten nach Florida gereist.

Sichere Landung: Raumfähre "Discovery"
REUTERS

Sichere Landung: Raumfähre "Discovery"

Reiter ist nach 167 wieder auf der Erde. Er war Anfang Juli ins All gestartet. In 350 Kilometern Höhe war er an Bord der Raumstation ISS für Installations- und Wartungsarbeiten verantwortlich. Die europäische Weltraumorganisation ESA hatte dem Bordingenieur für seine Reise auch ein umfangreiches Wissenschaftsprogramm mit auf
den Weg gegeben. So sollte Reiter biologische, medizinische und physikalische Experimente im Zusammenhang mit der Schwerelosigkeit durchführen.

Für den 48-Jährigen war es der
zweite Raumflug mit einem Aufenthalt von fast sechs Monaten. Damit war der gebürtige Frankfurter länger im All als jeder andere Europäer vor ihm.

Da die Schwerelosigkeit im All einen Knochen- und Muskelschwund bewirkt, beginnt für Reiter nach der geglückten Landung eine 45-tägige Regenerationsphase. Zunächst soll Reiter für drei Wochen im texanischen Houston medizinisch betreut werden, bevor er seine Rehabilitationsmaßnahmen im Stützpunkt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln-Porz beendet.

Die siebenköpfige "Discovery"-Crew erweiterte in mehreren
Weltraumspaziergängen die Stromversorgung und installierte Anbauten an der ISS, um die Raumstation auf die Aufnahme von weiteren Modulen wie dem europäischen Forschungslabor Columbus vorzubereiten.

kai/dpa/AFP/ddp



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