Discovery von ISS abgekoppelt It's coming home

Ein dramatisches Weltraumabenteuer geht in seine letzte Phase: Pünktlich um 9.24 Uhr hat die Raumfähre Discovery von der Internationalen Raumstation abgekoppelt. Nach einer spektakulären Reparatur am Hitzeschild wird die Landung des Shuttles für Montagvormittag in Florida erwartet.


Abdocken im All: Die Raumfähre Discovery schwebt von der ISS weg
AP

Abdocken im All: Die Raumfähre Discovery schwebt von der ISS weg

Cape Canaveral/Hamburg - Die Raumfähre "Discovery" ist auf dem Rückflug zur Erde. Unter dem Kommando von Pilot Jim Kelly dockte der Shuttle heute Morgen von der Internationalen Raumstation (ISS) ab, mit der er seit dem 28. Juli verbunden war. Pünktlich um 9.24 Uhr löste sich die Fähre und schwebte von der ISS weg. Anschließend kreiste die "Discovery" kurz um die Station, damit die Astronauten Fotos machen konnten.

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Spaziergang im All: Astronauten auf Fotosafari

Kurz nach 11.00 Uhr schwenkte die "Discovery" in eine eigene Erdumlaufbahn ein. Am Montagmorgen ist dann der Eintritt in die Erdatmosphäre geplant. Nach derzeitigen Planungen sollen die sieben Raumfahrer mit dem Space Shuttle um Punkt 10.37 Uhr MESZ auf der Erde landen. Alle Vorbereitungen für die Landung seien getroffen, hatte NASA- Flugdirektor Paul Hill am Freitag betont. Ein Unsicherheitsfaktor sei noch das Wetter.

Bye-bye ISS: Vor dem Rückflug zur Erde hatten die Astronauten Gelegenheit, die Internationale Raumstation (hier über Japan) zu fotografieren
REUTERS

Bye-bye ISS: Vor dem Rückflug zur Erde hatten die Astronauten Gelegenheit, die Internationale Raumstation (hier über Japan) zu fotografieren

Vor dem Rückflug zur Erde hatte sich die US-Weltraumbehörde Nasa gegen einen weiteren Reparatureinsatz der Besatzung im All an dem Hitzeschutzschild des Raumschiffes entschieden. Am Mittwoch hatte der "Discovery"-Astronaut Steve Robinson erstmals in der Geschichte der US-Raumfahrt im All Reparaturarbeiten am dem Schutzschild ausgeführt. Probleme am Hitzeschild führten 2003 zum Absturz der Raumfähre "Columbia", bei dem alle sieben Astronauten getötet wurden. Damals hatten sich beim Start große Schaumstoffteile von der Verkleidung des Tanks gelöst und das Hitzeschild des Shuttles schwer beschädigt.

Nach den Problemen mit der Raumfähre "Discovery" will die US-Raumfahrtbehörde Nasa frühestens am 22. September ein weiteres Shuttle starten. Zuvor müssten die Probleme mit dem Isolierschaum des Haupttanks gelöst werden, sagte Nasa-Chef Michael Griffin.

Shuttle-Kommandantin Eileen Collins und ihre Kollegen - von links nach rechts: Der Japaner Soichi Noguchi, Pilot James Kelly, Astronaut Andy Thomas, ISS-Astronaut John Phillips und ISS-Kommandant Sergei Krikalev. In der hinteren Reihe: Die Mitglieder der Discovery-Crew Steve Robinson, Charles Camarda und Wendy Lawrence
AP

Shuttle-Kommandantin Eileen Collins und ihre Kollegen - von links nach rechts: Der Japaner Soichi Noguchi, Pilot James Kelly, Astronaut Andy Thomas, ISS-Astronaut John Phillips und ISS-Kommandant Sergei Krikalev. In der hinteren Reihe: Die Mitglieder der Discovery-Crew Steve Robinson, Charles Camarda und Wendy Lawrence

Die sieben Astronauten der "Discovery" hatten am Freitag vor allem ihre Sachen gepackt und den Müll der ISS verstaut. Mit Hilfe eines Roboterarms wurde der Riesencontainer "Raffaello" von der ISS in die Ladebucht des Shuttle gebracht. In dem Behälter hatte die "Discovery" rund 13 Tonnen Ausrüstung und Versorgungsgüter mitgebracht. Nun nimmt die Fähre auf dem Rückweg etwa 10 Tonnen Müll mit, die sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der ISS angehäuft hatten.

Die beiden Bewohner der Raumstation sind froh, dass sie den Müll loswerden und wieder mehr Platz haben. Einer von ihnen, der russische Kosmonaut Sergej Krikalow, sagte vor der Ankunft der "Discovery", die ISS sei schon fast so vermüllt wie die alte russische Raumstation MIR.



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