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Traum der Menschheit: Reisen zum Mars

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DLR-Chef Wörner Zum Mars bis zum Jahr 2050

Der künftige Esa-Chef Wörner glaubt fest an bemannte Mars-Missionen. Sie wären die ersten Tests für einen Umzug in ferne Welten. Denn eines Tages könnte die Menschheit gezwungen sein, die Erde ganz zu verlassen.

Johann-Dietrich Wörner ist sicher, dass eine Reise zum Roten Planeten nur eine Frage der Zeit ist. "Der Mensch wird zum Mars fliegen - ganz klar. Der Mensch macht das, wenn er dafür die richtige Technik hat. Das dauert aber noch ein bisschen", sagte der künftige Chef der europäischen Raumfahrtorganisation Esa.

Die Amerikaner seien sehr mutig und redeten von 2030 bis 2035. "Ich fände es schon sehr anspruchsvoll, wenn es vor 2050 gelingen könnte." Wörner leitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und wird am 1. Juli den Posten des Esa-Generaldirektors übernehmen.

Eine bemannte Marsmission gilt als gigantische Herausforderung: Der Hinflug dauert ein halbes Jahr. Inklusive Aufenthalt auf dem Nachbarplaneten und Rückflug wären die Astronauten zwei Jahre unterwegs und während der gesamten Mission auf sich gestellt. Das ist ein großer Unterschied zu Langzeitaufenthalten auf der Raumstation ISS. Wer dort erkrankt, kann im Notfall binnen weniger Stunden zur Erde zurückkehren. Das ist bei Marsflügen wegen der riesigen Distanzen nicht möglich.

Marsbasis aus 3D-Drucker

Zu den Herausforderungen einer Mission zum Nachbarplaneten gehören auch die psychischen Belastungen der Astronauten, die monatelang eingepfercht in einem engen Raumschiff leben müssten. Ein großes Risiko stellt zudem die kosmische Strahlung dar, der das Raumschiff außerhalb des schützenden Magnetfelds der Erde ausgesetzt ist.

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Technisch anspruchsvoll ist auch der mehrmonatige Aufenthalt auf dem Mars. Dieser ist unumgänglich, weil die Astronauten mit dem Rückflug zur Erde so lange warten müssen, bis die beiden Planeten in einer dafür günstigen Position zueinander stehen, damit die Reise nur etwa sechs Monate dauert.

Die Astronauten könnten sich dort eine Basis errichten, in der sie beispielsweise Obst und Gemüse anbauen. Doch sie können mit ihrem Raumschiff nur wenig Ausrüstung mitnehmen. Forscher haben vorgeschlagen, dieses Problem mit 3D-Druckern zu lösen, um die Segmente vor Ort auszudrucken.

Gefahr durch die wachsende Sonne

Dass Menschen die Weiten des Alls erobern werden, hält DLR-Chef Wörner für unumgänglich. Selbst wenn es die Menschheit schaffe, die Erde in den nächsten Milliarden Jahren bewohnbar zu halten, "könnten wir durch die Entwicklung der Sonne zum Auswandern gezwungen sein", erklärt er.

Sehr langfristig gesehen geht von der Sonne in der Tat die größte Gefahr aus. Sie wird in den kommenden Milliarden Jahren immer heller strahlen und sich langsam zu einem Roten Riesen aufblähen. Durch die Hitze verdampft sämtliches Wasser auf der Erde - spätestens in drei Milliarden Jahren wird auf ihr wohl kein Leben mehr möglich sein.

hda/dpa
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