Raumstation ISS-Besatzung kann mit Salatzucht beginnen

Der private Raumfrachter "Dragon" ist nach 28 Tagen im All sicher im Pazifik gelandet. Zuvor hatte er 2,2 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation gebracht. Deren Besatzung kann nun ihren eigenen Salat anpflanzen.

Raumfrachter "Dragon": Sichere Rückkehr nach erfolgreichem Einsatz
AFP/ NASA

Raumfrachter "Dragon": Sichere Rückkehr nach erfolgreichem Einsatz


Nach rund einem Monat im All ist der private Raumtransporter "Dragon" am Sonntagabend sicher zur Erde zurückgekehrt. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa landete die unbemannte Raumkapsel vor der mexikanischen Küste im Pazifischen Ozean. Von dort sollte sie per Schiff in einen Hafen nahe Los Angeles gebracht werden.

Rot-weiß-behütet: "Dragon" bei seiner Landung im Pazifik
AP/ SpaceX

Rot-weiß-behütet: "Dragon" bei seiner Landung im Pazifik

Die Kapsel hatte am Ostersonntag an die Internationale Raumstation (ISS) angedockt. "Dragon" transportierte 2,2 Tonnen Nachschub zur ISS, darunter Raumanzüge, Essensvorräte und Material für wissenschaftliche Experimente.

Eine Neuentwicklung, die nunmehr vorangetrieben werden soll, ist die Zucht von Pflanzen, aus denen sich die ISS-Besatzung später Salate zubereiten soll. Außerdem soll erforscht werden, warum das Immunsystem von Astronauten in der Schwerelosigkeit geschwächt wird.

Schwieriger Start nach Computerpanne

Der Versorgungsflug der Raumkapsel des Unternehmens SpaceX war ursprünglich bereits für Mitte März geplant, hatte sich aber verzögert. Eine Computerpanne auf der ISS hatte den Start gefährdet, außerdem machte ein Heliumleck an der Trägerrakete Probleme. Es war nach Einsätzen im Oktober 2012 und im März 2013 der dritte SpaceX-Flug zur ISS.

Die Firmen SpaceX und Orbital Sciences fliegen für die Nasa Nachschub zur ISS, seitdem die Behörde ihr Space-Shuttle-Programm im Jahr 2011 nach 30 Jahren eingestellt hat. Der erste Versorgungsflug fand im Jahr 2012 statt. SpaceX schrieb damals mit der ersten privaten Transportmission zur ISS Raumfahrtgeschichte. Insgesamt soll es zwölf Versorgungsflüge von SpaceX geben. Der Vertrag mit der Nasa beläuft sich auf mehr als 1,1 Milliarden Euro.

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"Kicksat": Mini-Satelliten im All

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insgesamt 18 Beiträge
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MiniDragon 19.05.2014
1. Technischer Fortschritt
Die grüne Ideologie ist nicht mehr aufzuhalten: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/urban-farming-gruener-wird-s-nicht-a-697158.html nun auch schon an Bord von Raumschiffen!
lalito 19.05.2014
2. Salat . . .
Wäre es in der Tat möglich, erdähnlichste autarke Lebensumstände im extraterristischen Raum zu entwickeln, ist für die Spezies Mensch der Erhalt seines Genmaterials durch Ausweichmanöver bei Kometenbeschuss überhaupt erst machbar. Im Augenblick sind wir alle, auch die da z. Zt. im Orbit immunsystembeeinträchtigt Lebenden, im entsprechenden Szenario über kurz oder lang fertig.
wiealle 19.05.2014
3. Mehrere gute Trends...
...sind da eindeutig erkennbar: Einerseits wird die Einbeziehung der Privatwirtschaft in die Raumfahrt deutliche Schritte nach vorn bringen, weil Effizienz und Innovation sich jetzt wieder lohnen und zweitens erscheint eine autonome Versorgung der Besatzung in den Fokus zu rücken. Angesichts der Tatsache, dass bei interstellaren Reisen die Solarenergieversorgung aber keine Alleinlösung sein kann, darf aber nicht alles auf Sonnenenergie basieren.
abc-xyz 19.05.2014
4. Starke Innovationen auf privater Ebene
Zitat von sysopAFP/ NASADer private Raumfrachter "Dragon" ist nach 28 Tagen im All sicher im Pazifik gelandet. Zuvor hatte er 2,2 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation gebracht. Deren Besatzung kann nun ihren eigenen Salat anpflanzen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/dragon-privater-raumfrachter-ermoeglicht-salatzucht-auf-iss-a-970147.html
Ich finde es beeindruckend, dass es nur in den USA möglich ist, ein Privatunternehmen zu haben, dass sich mit der Trägerraketen für die Raumfahrt beschäftigt. Meines Wissens nach sind alle Raumfahrtunternehmen weltweit staatlich. SpaceX hat damit einen gewaltigen Vorteil. Respekt!
mail-sms 19.05.2014
5. Es hat aber gedauert
bis sie angefangen haben Pflanzen im All zu züchten.
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