Transportschiff "Dragon" Start zur ISS in letzter Sekunde abgebrochen

Der Start von Raumtransporter "Dragon" zur Internationalen Raumstation (ISS) wurde in letzter Sekunde gestoppt. Die Nasa nannte nicht sofort Gründe für den Abbruch. Der nächste Versuch ist für Freitag geplant.

Schon wieder: Start von Raumtransporter "Dragon" zum dritten Mal gestoppt
DPA

Schon wieder: Start von Raumtransporter "Dragon" zum dritten Mal gestoppt


Cape Canaveral - Gut zwei Monate nach der Explosion des Versorgungsfrachters "Cygnus" ist der Start eines anderen Transportschiffes zur Internationalen Raumstation ISS nur Sekunden vor Zündung der Triebwerke abgebrochen worden. Der von dem privaten Unternehmen SpaceX betriebene "Dragon" blieb am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral stehen. Für den Tag solle es keinen weiteren Startversuch geben, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa per Twitter mit.

Ganz unerwartet kam der Abbruch nicht. Der Start hatte zuvor schon um etwa zwei Wochen verschoben werden müssen, weil nach einem Raketentest Probleme aufgetaucht waren. Zudem war das Wetter nicht ideal. Offenbar gab es aber auch Probleme mit der Steuerelektronik, wobei die Nasa offiziell nicht sofort Gründe für den Abbruch nannte. Neuer Versuch: Am frühen Freitagmorgen um 5.09 Uhr (Ortszeit, 11.09 Uhr deutscher Zeit).

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"Dragon V2": Transporter von SpaceX

Raketenteile wiederverwerten

SpaceX wollte bei dem "Dragon"-Start am Dienstag zum ersten Mal eine Stufe der Trägerrakete auf einer Plattform im Atlantik landen lassen. Normalerweise landen die Hunderte Millionen Dollar teuren Trägerraketen nach dem Start zerborsten in mehrere Teile im Meer. Ziel von SpaceX ist es, einen Teil der Trägerrakete wiederverwerten zu können. Später sollen einmal vollständige Trägerraketen auf Landebahnen auf der Erde zurückkehren.

Hauptsächlich soll der "Dragon"-Raumtransporter aber auf seiner fünften Reise ins All Material und Lebensmittel zur Internationalen Raumstation bringen. An Bord der ISS befinden sich derzeit sechs Raumfahrer.

Bis 2016 soll "Dragon" insgesamt zwölf Versorgungsflüge absolvieren, der Auftrag hat einen Gesamtwert von umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro. Im September vergangenen Jahres hatte die Nasa bekanntgegeben, dass SpaceX ab 2017 mit einer überarbeiteten Version des "Dragon" auch Astronauten zur Raumstation bringen soll.

Ende Oktober war der von Orbital Sciences entwickelte unbemannte Versorgungsfrachter "Cygnus" beim Start zur ISS explodiert. An Bord waren unter anderem Lebensmittel und Ausrüstung für wissenschaftliche Experimente. Der finanzielle Schaden wurde mit rund 200 Millionen Dollar beziffert.

nik/dpa/afp/Reuters

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