Dritter Startversuch Nasa-Sonde auf dem Weg zum Mars

Der "Mars Reconnaissance Orbiter" ist vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Nachdem der ursprüngliche Termin am vergangenen Mittwoch wegen technischer Probleme zweimal verschoben worden war, ist die Sonde nun auf dem Weg zum Mars.


"Mars Reconnaissance Orbiter": Auf dem Weg zum Roten Planeten
AFP

"Mars Reconnaissance Orbiter": Auf dem Weg zum Roten Planeten

Der "Mars Reconnaissance Orbiter" wird nun von der Atlas-V-Trägerrakete auf Kurs in Richtung des Roten Planeten gebracht. Dort wird die Sonde im März 2006 in eine Umlaufbahn einschwenken und aus dem Orbit nach möglichen Landeplätzen für zukünftige Missionen auf der Mars-Oberfläche suchen.

Der geplante Start am Mittwoch war ausgesetzt worden, weil die Nasa-Techniker Probleme mit der Steuerung befürchteten. Bei anschließenden Tests traten jedoch keine Schwierigkeiten auf. Am gestrigen Donnerstag verhinderte zunächst schlechtes Wetter einen Start der Sonde: Immer wieder musste die Zündung verlegt werden. Schließlich traten auch noch Probleme bei der Betankung der Atlas-V-Trägerrakete mit flüssigem Wasserstoff auf. Die Sensoren, die den Stand der Tankfüllung anzeigen sollten, funktionierten nicht richtig. Daraufhin verschob die Nasa den Countdown erneut um 24 Stunden.

Problemloser Bilderbuchstart

Der heutige Start verlief jedoch reibungslos. Bei gutem Wetter über dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral hob die Atlas-V-Rakete mit der Sonde ab. Mit einer hochauflösenden Kamera wird der "Mars Reconnaissance Orbiter" in seiner Mars-Umlaufbahn die Oberfläche des Roten Planeten fotografieren. Die Sonde hat auch ein Radar an Bord, das bis zu 500 Meter unter der Oberfläche des Mars nach Spuren von Wasser suchen kann.

Andere Instrumente können Mineralien analysieren und die täglichen Wetteränderungen aufzeichnen. Die Mission kostet nach Nasa-Angaben etwa 580 Millionen Euro. Der Orbiter wird mit seinen detailgenauen Aufnahmen auch die zwei Landemissionen vorbereiten, die in den nächsten vier Jahren geplant sind: Sowohl das Roboterfahrzeug "Phoenix Mars" als auch das "Mars Science Laboratory" wollen 2007 und 2009 auf dem Mars aufsetzen.

Vorerst keine weiteren Shuttle-Starts

Trotz des geglückten Starts herrscht bei der Nasa weiter Krisenstimmung: Nach der Rückkehr des Shuttles "Discovery" am vergangenen Dienstag geht die Pannenanalyse weiter. Bevor für weitere Shuttles der Countdown gezählt werde, müssten zunächst die Schwierigkeiten mit dem Treibstofftank geklärt werden, sagte Nasa-Manager Bill Gerstenmaier am heutigen Freitag. Beim Start der "Discovery" hatte sich ein Stück der Schaumstoffisolierung am Treibstofftank gelöst. Bei der hohen Start-Geschwindigkeit hätte der 400 Gramm schwere Schaumstoffbrocken den Hitzeschild des Shuttles beschädigen können.

Nun seien weitere bauliche Veränderungen am Tank nötig, erklärte Gerstenmaier. Der Start der Raumfähre "Atlantis", die ursprünglich im September zur Internationalen Raumstation (ISS) aufbrechen sollte, wurde daher ausgesetzt. Das nächste mögliche Startfenster für die "Atlantis" tut sich erst im November auf wegen strenger Auflagen der Nasa über die Lichtverhältnisse. Der Start wird von mehreren Kameras überwacht, um mögliche herabfallende Teile der Isolierung sofort zu entdecken.

Der deutsche Astronaut Thomas Reiter, der mit der "Atlantis" in Richtung ISS starten sollte, ist nach Aussage der Europäischen Raumfahrtagentur Esa im Moment auf dem Weg nach Houston, wo er vorerst wie geplant weiter trainieren wird.



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