"Edoardo Amaldi" Europas größter Weltraumfrachter startet im März

Nachschub für die Raumstation ISS: Die Europäische Weltraumorganisation Esa hat den Starttermin für ihren neuen Transporter festgelegt. Am 9. März soll "Edoardo Amaldi" starten - zu einem Flug ohne Wiederkehr.

"Edoardo Amaldi" bei der Montage: Nur für eine Fahrt ins All
Thales Alenia Space

"Edoardo Amaldi" bei der Montage: Nur für eine Fahrt ins All


Paris - Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) will ihr bisher größtes und schwerstes Transportraumschiff zur internationalen Raumstation ISS schicken. Der unbemannte Transporter "Edoardo Amaldi" soll am 9. März vom Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch Guyana) aus zur ISS starten, sagte Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain am Montag bei der Vorstellung des Esa-Programms für 2012.

"Edoardo Amaldi" soll sieben Tonnen Ausrüstung - unter anderem Treibstoff, Wasser, Lebensmittel - zur Raumstation in den Erdorbit bringen. Benannt ist der neue Raumtransporter nach dem italienischen Physiker Edoardo Amaldi. Insgesamt wurden fünf sogenannte ATV-Raumtransporter ("Automated Transfer Vehicle") als europäischer Beitrag zum Unterhalt der ISS-Station gebaut.

Nachfolger der Ariane-V-Rakete

Die ATV können nur für eine Fahrt benutzt werden. Eine Rückkehr zu Erde ist nicht möglich. Sie verglühen in der Atmosphäre, nachdem sie ihren Auftrag ausgeführt haben - an Bord haben sie dann auf der ISS angefallenen Abfall. Zuvor dienen die Raumtransporter aber mitunter monatelang als Zusatzkammer an der ISS. Außerdem können ATV die ISS manövrieren: Mit ihrem Antrieb kann der Höhenverlust der Raumstation ausgeglichen, oder auch herumfliegenden Trümmern ausgewichen werden.

Das Budget für dieses Jahr wird auf Vorjahreshöhe bei rund vier Milliarden Euro liegen, was Dordain angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise als Erfolg wertete. Der Esa-Chef kündigte dennoch eine Fortsetzung des bereits eingeleiteten Sparkurses an, um auch weiterhin schuldenfrei arbeiten zu können. Dazu gehörten auch Überlegungen, wie ein leistungsstärkerer Nachfolger der Ariane-V-Rakete aussehen könnte.

Als weiteren Höhepunkt des Raumfahrtjahres 2012 nannte er den Start des neuen europäischen Trägersystem "Vega". Der Start der neuen Rakete war zunächst für Ende vergangenen Jahres geplant, soll nun aber am 9. Februar stattfinden.

boj/dpa



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horstu 10.01.2012
1. Milliardengrab ATV
Das europäische ATV ist über dreimal so teuer wie die zuverlässige russische Progress, die auf dem schon über 40 Jahre alten Sojus-Konzept basiert (Frachtkosten pro Tonne). Das ATV ist sogar noch teurer als das extrem wartungsanfällige und überdimensionierte Space Shuttle. Das muss man erstmal hinkriegen. Niemand braucht einen eigenständigen, teuren europäischen Hightech-Transporter, der einmal verwendbar ist und anschliessend im All verglüht. Wenn er wenigstens als Meilenstein auf dem Weg zur bemannten europäischen Raumfahrt dienen würde - aber auch hier ist kein realistischer Fortschritt in Sicht. Inzwischen haben uns sogar die chinesischen Spätstarter mit uralter russischer Billigtechnik überholt. So bleibt eine teure Arbeitsbeschaffungsmassnahme für europäische Raumfahrtingenieure, und eine massive Subventionierung der entsprechenden Unternehmen.
cbmuser 10.01.2012
2.
Zitat von horstuDas europäische ATV ist über dreimal so teuer wie die zuverlässige russische Progress, die auf dem schon über 40 Jahre alten Sojus-Konzept basiert (Frachtkosten pro Tonne). Das ATV ist sogar noch teurer als das extrem wartungsanfällige und überdimensionierte Space Shuttle. Das muss man erstmal hinkriegen. Niemand braucht einen eigenständigen, teuren europäischen Hightech-Transporter, der einmal verwendbar ist und anschliessend im All verglüht. Wenn er wenigstens als Meilenstein auf dem Weg zur bemannten europäischen Raumfahrt dienen würde - aber auch hier ist kein realistischer Fortschritt in Sicht. Inzwischen haben uns sogar die chinesischen Spätstarter mit uralter russischer Billigtechnik überholt. So bleibt eine teure Arbeitsbeschaffungsmassnahme für europäische Raumfahrtingenieure, und eine massive Subventionierung der entsprechenden Unternehmen.
Könnte das daran liegen, daß die Entwicklungskosten für Progress sich auf einige hundert Flüge und die für das Space Shuttle sich auf 135 Flüge verteilen, während das ATV dagegen bisher nur zwei mal geflogen ist?
christopherDecker 11.01.2012
3. Keine falschen Vorurteile
Zitat von horstuDas europäische ATV ist über dreimal so teuer wie die zuverlässige russische Progress, die auf dem schon über 40 Jahre alten Sojus-Konzept basiert (Frachtkosten pro Tonne). Das ATV ist sogar noch teurer als das extrem wartungsanfällige und überdimensionierte Space Shuttle. Das muss man erstmal hinkriegen. Niemand braucht einen eigenständigen, teuren europäischen Hightech-Transporter, der einmal verwendbar ist und anschliessend im All verglüht. Wenn er wenigstens als Meilenstein auf dem Weg zur bemannten europäischen Raumfahrt dienen würde - aber auch hier ist kein realistischer Fortschritt in Sicht. Inzwischen haben uns sogar die chinesischen Spätstarter mit uralter russischer Billigtechnik überholt. So bleibt eine teure Arbeitsbeschaffungsmassnahme für europäische Raumfahrtingenieure, und eine massive Subventionierung der entsprechenden Unternehmen.
Die ESA/Europa ist eine eigenständige Weltraumorganisation! ABM gibt es in diesem Fachbereich nicht! Forschungen sind halt sehr teuer, aber um unabhängig von den anderen Systemen zu sein, bleibt der ATV ein Hoffnungsträger, um weitere fortführende Technologien zu entwickeln. Der ESA ATV wird nicht immer so teuer bleiben, um sich so bei der ISS zu beteiligen. Das die CNSA/China bald die ISS eingeholt haben bleibt auf die Dickköpfigkeit der NASA/USA zurückzuschließen. Somit wird CNSA an NASA und ESA vorbeiziehen auch wenn die NASA schreibt, die CNSA wäre noch nicht soweit. Ignoranten pur!
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