Einschlag in Marokko Der Meteorit, der vom Mars kam

Nomaden hatten die Trümmer nach einem Einschlag in der Wüste Marokkos aufgelesen, jetzt haben US-Wissenschaftler die Meteoriten-Reste analysiert und herausgefunden: Das Gestein stammt ursprünglich vom Erdnachbarn Mars.
Marokko-Meteorit: Der Fünfte vom Mars

Marokko-Meteorit: Der Fünfte vom Mars

Foto: AFP/ Carl B. Agee

Hamburg - Ein am 18. Juli in Marokko eingeschlagener Meteorit stammte ursprünglich vom Mars. Dieses Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung stellte am Mittwoch ein Forscherteam um den Kurator der Universität von New Mexico, Carl Agee, vor.

Die acht Wissenschaftler von der US-Gesellschaft für Meteoriten kamen zu dem Schluss, dass die chemische Zusammensetzung der in Marokko gefundenen Meteoriten-Splitter mit den bisherigen Erkenntnissen über Bestandteile des Mars übereinstimmen. Das Gestein wurde demnach vermutlich bei einem Meteoriteneinschlag auf dem Mars losgeschlagen.

Dem Fund in Marokko kommt große Bedeutung zu, weil erst in fünf Fällen der Einschlag von Meteoriten des Mars auf der Erde beobachtet wurde. Hinzu kommt, dass die Teile des Meteoriten bereits kurz nach der Landung auf der Erde geborgen wurden. Die bekannt gewordenen Stücke wiegen zwischen einem und 987 Gramm. Sie wurden von Nomaden in einer Gegend rund 50 Kilometer südöstlich von Tata gefunden und verkauft. Inzwischen zahlen Sammler pro Gramm zwischen 500 und 1000 Dollar.

Überschall-Knall

Mehrere Zeugen beobachteten am 18. Juli gegen zwei Uhr morgens eine Feuerkugel über dem Drâa-Tal, östlich von Tata. Auch ein Überschall-Knall wurde wahrgenommen Ein ähnlicher Meteoriten-Einschlag vom Mars wurde 1962 in Nigeria beobachtet.

In den vergangenen Jahren wurden auch andere Menschen Zeugen von Meteoritentreffern: Vergangenen Oktober schoss ein 88 Gramm schwerer Meteorit in das Dach eines Wohnhauses in Paris. Im Juni 2004 schlug ein 1,3 Kilogramm schwerer Brocken in ein Haus in Neuseeland ein.

Im März 2003 beschädigte ein Steinschauer ein Gebäude in Chicago. Im Jahr zuvor war der Britin Siobhan Cowton auf der Straße ein faustgroßer, glühender Brocken vor die Füße gefallen. "Das passiert nicht sehr oft in Northallerton", kommentierte die damals 14-Jährige ihren Fund. Über Deutschland zerplatzte im April 2002 der "Neuschwanstein-Meteorit"in 22 Kilometern Höhe - und ließ bei Füssen Steinchen regnen.

boj/AFP
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