Einzigartige Proben Raumsonde bringt Asteroidenmaterial auf die Erde

"Hayabusa" trägt eine kostbare kosmische Fracht: Die japanische Raumsonde trat über Australien in die Erdatmosphäre ein und warf planmäßig die Kapsel mit einzigartigen Bodenproben eines Asteroiden ab. Von dem Material erhoffen sich Forscher völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten.

"Hayabusa" (Grafik): Rückkehr nach sieben Jahren im Weltall
AFP / Akihiro Ikeshita / Jaxa

"Hayabusa" (Grafik): Rückkehr nach sieben Jahren im Weltall


Sydney - Sie wurde mit Spannung erwartet: Die Raumsonde "Hayabusa" ist nach sieben Jahren im Weltall auf die Erde zurückgekehrt. Dabei habe sich die Kapsel mit dem Asteroiden-Staub gelöst und sei mit Hilfe eines Fallschirms in einem militärischen Sperrgebiet in der Wüste Südaustraliens gelandet, teilte die japanische Weltraumbehörde JAXA mit.

"Das Funksignal auf der Kapsel wurde aktiviert", sagte die Sprecherin des australischen Wissenschaftsministeriums, Michele Clement. Dies sei ein gutes Zeichen für eine problemlose Landung. Die Kapsel müsse um kurz nach 16 Uhr MESZ zu Boden gegangen sein. In der australischen Wüste, 500 Kilometer nördlich von Adelaide, war es zu dem Zeitpunkt kurz vor Mitternacht. Die Kapsel sollte erst bei Tagesanbruch geborgen werden, sagte sie.

Die "Hayabusa" war 2003 ins All gestartet und sammelte bei einer Landung auf dem Asteroiden "Itokawa" als erste Weltraumsonde überhaupt Bodenproben eines solchen Himmelskörpers ein. Da der "Itokawa" nach Einschätzung der Wissenschaftler seine ursprünglichen Eigenschaften bewahrte, erhoffen sie sich von den Proben Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

An dem Raketenübungsgelände Woomera warteten mehrere Dutzend japanische, amerikanische und australische Wissenschaftler gespannt auf die Nachricht von dem Fund. Wenn die Mission erfolgreich war, rechnen sie mit völlig neuen Erkenntnissen über die Entstehung von Planeten. Allerdings soll die Kapsel erst in Japan geöffnet werden.

Fast wäre die Mission gescheitert

In Woomera standen Hubschrauber und Autos mit Allradantrieb bereit, um sich auf die Suche nach der basketballgroßen Kapsel zu machen. An Bord des ersten Hubschraubers seien Vertreter der Ureinwohner, der Aborigines. Sie wollten prüfen, ob die Kapsel beim Aufschlag heiliges Gelände beschädigt hat.

Die Rückkehr der Sonde auf die Erde war ursprünglich bereits für 2007 geplant, verzögerte sich aber wegen technischer Probleme. Der Asteroid "Itokawa" ist 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Asteroiden sind Relikte des frühen Sonnensystems und Bausteine der Planeten wie der Erde. Doch ihre Beschaffenheit ist für Wissenschaftler bis heute weitgehend rätselhaft.

Die Sonde von der Größe eines Kühlschranks dürfte beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht sein. In den sieben Jahren im Weltall hat sie mehr als vier Milliarden Kilometer zurückgelegt. Fast wäre die Mission gescheitert. Auf dem langen Rückweg zur Erde fielen mehrere Antriebswerke aus, die Kommunikation riss zeitweise ab und die Batterien wurden unzuverlässig. Dennoch schafften es die Wissenschaftler, die Sonde zur Landung nach Australien zu dirigieren.

lgr/dpa/AFP/AP



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mac4ever, 13.06.2010
1. Glückwunsch!
Zitat von sysopKostbare kosmische Fracht: Die japanische Raumsonde "Hayabusa" trat über Australien in die Erdatmosphäre ein und warf planmäßig die Kapsel mit einzigartigen Bodenproben eines Asteroiden ab. Von dem Material erhoffen sich Forscher völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,700451,00.html
Ich bin begeistert. Hoffentlich ist das Einfangen von Asteroidenmaterial gelungen. Dies steht ja noch nicht fest. Aber auch so ist das schon eine phantastische Leistung.
tofu 13.06.2010
2. japanische Raumsonde "Hayabusa"
Zitat von sysopKostbare kosmische Fracht: Die japanische Raumsonde "Hayabusa" trat über Australien in die Erdatmosphäre ein und warf planmäßig die Kapsel mit einzigartigen Bodenproben eines Asteroiden ab. Von dem Material erhoffen sich Forscher völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,700451,00.html
[QUOTE=sysop;5688766]Kostbare kosmische Fracht: Die japanische Raumsonde "Hayabusa" trat über Australien in die Erdatmosphäre ein und warf planmäßig die Kapsel mit einzigartigen Bodenproben eines Asteroiden ab. Von dem Material erhoffen sich Forscher völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten. ---------------------------------------------- Einfach bewundernswert. Hut ab! Was jetzt noch folgt, wird ein spannender Krimi werden der viele begeistern wird.
matthias_b. 14.06.2010
3. Qualität
---Zitat--- In den sieben Jahren im Weltall hat sie mehr als vier Milliarden Kilometer zurückgelegt. ---Zitatende--- Sie muss also von Volvo gebaut worden sein :> Tolle Meisterleisung. Hoffentlich hat es sich gelohnt.
frau trallala 15.06.2010
4. Wow
Hoffentlich hat sich der Aufwand gelohnt und Hayabusa hat ein paar spektakuläre Souveniers mitgebracht. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse!
olaf m. 16.11.2010
5. Enorm
Angesichts des Vorhabens selber und all der Pannen, die kreativ und beharrlich geklärt wurden, ist das eine unglaubliche Leistung, das Ding zurückzubringen. Ohnehin ist es kaum zu glauben, was Astronomie und Technik, geschaffen durch diese Technikfreaks aller Sorten (das meine ich wohlwollend), hervorbringen. Ich bin auch sehr gespannt, was die Materialanalysen ergeben. Manchmal ist es doch richtig gut, Mensch zu sein. Dank an alle, die das zustande gebracht haben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.