"Endeavour"-Mission Hurrikan "Dean" treibt Astronauten zur Eile

Der im Atlantik heranziehende Hurrikan "Dean" setzt die US-Weltraumbehörde Nasa unter Zeitdruck. Die Raumfähre "Endeavour" muss möglicherweise wegen des Wirbelsturms bereits einen Tag früher als geplant die Heimreise zur Erde antreten. Schon beim letzten Außeneinsatz mussten sich die Astronauten beeilen.


Washington - Der vierte und abschließende Außenbordeinsatz
der Astronauten während der "Endeavour"-Mission wurde heute von sechseinhalb auf fünf Stunden gekürzt. Damit wollte die Nasa mehr Spielraum gewinnen für die Vorbereitungen auf ein
mögliches frühzeitiges Abdocken der Raumfähre von der Internationalen Raumstation ISS zu haben. So sollte die Verbindungsluke zwischen dem Space-Shuttle und der
ISS noch am Samstag geschlossen werden, um ein etwaiges Abdocken morgen gegen 14.00 Uhr MESZ zu ermöglichen.

Hurrikan zwingt zur Eile: US-Astronauten beim verkürzten Außeneinsatz
DPA

Hurrikan zwingt zur Eile: US-Astronauten beim verkürzten Außeneinsatz

Nach den ursprünglichen Plänen der Nasa soll die "Endeavour" am Montag um 14.05 Uhr MESZ von der ISS ablegen und am
Mittwoch um 18.52 Uhr in Cape Canaveral landen. "Dean" wütete heute als starker Hurrikan der Kategorie 4 in der Karibik. Offen ist, ob er nach seinem erwarteten Weg in den Golf von Mexiko voraussichtlich Mitte kommender Woche auf die mexikanische oder texanische Küste prallt.

Sollte "Dean" nach Texas kommen, könnte er die Nasa zur Evakuierung des Kontrollzentrums in Houston zwingen, sagte heute ein Sprecher der Weltraumbehörde. Von dort wird die Shuttle-Mission gesteuert. Die Zentrale müsste dann vorübergehend nach Cape Canaveral in Florida verlegt werden und wäre in ihrer Arbeit eingeschränkt.

Die Astronauten Dave Williams und Clay Anderson konnten während ihres verkürzten Außenbordeinsatzes in 344 Kilometern Höhe über der Karibik das Auge des Hurrikans "Dean" sehen. Nach drei Stunden des fünfstündigen Einsatzes ertönte plötzlich ein Feueralarmsignal in der Raumstation. Das Kontrollzentrum in Houston gab jedoch rasch Entwarnung - es handelte sich um einen Fehlalarm. Bereits vor einigen Wochen hatte es schon einmal falschen Feueralarm auf der Station gegeben.

kai/dpa/AP



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