Erfolgreicher Shuttle-Start "Discovery" ist auf dem Weg zur Raumstation

Mit einem Bilderbuchstart ist die US-Raumfähre "Discovery" zu ihrer zwölftägigen Mission ins All aufgebrochen. Nach einer Wetterverbesserung hob sie vom Weltraumzentrum in Florida ab. Unter anderem soll sie den deutschen Astronauten Thomas Reiter von der Raumstation ISS abholen.


Cape Canaveral - Mit dem ersten nächtlichen Shuttle-Start seit vier Jahren hat heute die letzte Raumfahrtmission dieses Jahres begonnen. Die "Discovery" hob in der Nacht zum Sonntag planmäßig vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral in Florida ab. Nachdem der ursprünglich für Donnerstag geplante Start wegen schlechten Wetters zwei Mal verschoben worden war, gab am Samstag um 20.47 Uhr Ortszeit ein wolkenloser Himmel den Weg ins All frei.

Bilderbuchstart: Die "Discovery" auf dem Weg ins All
REUTERS

Bilderbuchstart: Die "Discovery" auf dem Weg ins All

"Wir haben fünf Leute, die noch nicht aufgehört haben zu lächeln", gab der Kommandant der Raumfähre, Mark Polansky, die Stimmung an Bord wieder. "Das war ein großartiger Start zu einer großartigen Mission." Nach ihrer Ankunft an der Internationalen Raumstation (ISS) haben die Astronauten ein umfangreiches Programm vor sich. Dabei geht es um eine Erneuerung der Verkabelung und um den Einbau eines neuen Moduls der ISS. Die Reise der "Discovery" ist einer von noch 14 geplanten Shuttle-Flügen zur Fertigstellung der ISS. Im Jahr 2010 soll das Raumfährenprogramm in seiner bisherigen Form eingestellt werden.

An Bord der "Discovery" ist erstmals ein schwedischer Astronaut, Christer Fuglesang. Mit dem Rückflug kehrt der Deutsche Thomas Reiter zur Erde zurück, der seit dem 4. Juli für die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) im All unterwegs ist. Er wird von der amerikanischen Astronautin Sunita "Suni" Williams abgelöst, die sechs Monate in der Station bleiben wird.

Die Bordcomputer können den Jahreswechsel nicht vollziehen

An Bord der ISS bereitete sich die Besatzung auf die Ankunft der "Discovery" vor. "Wir werden Ausschau halten und unsere Taschenlampe raushalten, damit sie uns finden", scherzte der amerikanische Astronaut Michael Lopez-Alegria. Neben Polansky, Williams und Fuglesang gehören Robert Curbeam, William Oefelein, Joan Higginbotham und Nicholas Patrick zur Besatzung der "Discovery".

Der Start der "Discovery" war der erste nächtliche Raumfährenstart seit November 2002. Nach dem Tod von sieben Astronauten bei der Rückkehr der Raumfähre "Columbia" im Jahr 2003 hatte die NASA angeordnet, dass die ersten drei Raumfährenstarts danach nur bei Tageslicht stattfinden sollten. Damit sollte gewährleistet werden, dass eine Beschädigung der Treibstofftanks durch abbrechende Dämmschutzteile rechtzeitig erkannt wird. Jetzt vertrauten die NASA-Techniker darauf, den Start auch mit Radarbildern umfassend beobachten zu können. Außerdem soll die Raumfähre bei den drei geplanten Ausstiegen ins All von außen auf mögliche Schäden untersucht werden.

Die "Discovery" soll ihre zwölftägige Reise bis Silvester abschließen, weil die Computer der Raumfähre nicht darauf programmiert sind, den Wechsel vom 365. Tag dieses Jahres zum ersten Tag des neuen Jahres während eines Fluges zu vollziehen. Zwar wurde bereits eine Lösung für dieses Problem entwickelt, aber noch nicht ausreichend getestet.

har/Mike Schneider, AP/AFP



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