Erneute Panne Roskosmos verliert Kommunikationssatelliten

Er sollte die nächsten 15 Jahre Russland mit digitalem Fernsehen sowie Telefon und Internet versorgen - doch der Kommunikationssatellit ist kurz nach dem Start verloren gegangen. Es ist ein weiterer herber Rückschlag für die russische Raumfahrtagentur Roskosmos.

"Proton-M"-Rakete: Start glückte, doch bei den Bahnkorrekturen passierte ein Fehler
AFP

"Proton-M"-Rakete: Start glückte, doch bei den Bahnkorrekturen passierte ein Fehler


Hamburg - Der am späten Mittwochabend gestartete russische Kommunikationssatellit "Express-AM4" meldet sich nicht mehr. Nach der vierten von fünf Bahnkorrekturen sei es zu einem Ausfall der Telemetriesysteme der "Bris-M"-Oberstufe der "Proton-M"-Trägerrakete und des Satelliten selbst gekommen, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos mit. Eine Sonderkommission soll die Ursachen der Panne ermitteln.

Der Telekommunikationssatellit "Express-AM4" war vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet. Der rund 5,8 Tonnen schwere Satellit sollte eine Lebensdauer von 15 Jahren haben und Russland mit digitalem Fernsehen sowie Telefon und Internet versorgen. Mit seinen zehn Antennen sollte er fast das gesamte Gebiet der Ex-Sowjetunion abdecken.

Auch wenn der Satellit mit mehr als sieben Milliarden Rubel (etwa 168 Millionen Euro) versichert sein soll - der Verlust wäre ein herber Schlag für Russland, nachdem bereits im Dezember drei russische Satelliten bei Hawaii in den Pazifik gestürzt waren. Die Satelliten waren für das russische Navigationssystem Glonass bestimmt, das dem US-amerikanischen GPS Konkurrenz machen soll. Die "Proton"-Trägerrakete, die die Satelliten in ihren Orbit bringen sollte, war damals mit der falschen Menge Treibstoff betankt gewesen - das verursachte nach Angaben von Roskosmos den Fehlstart. Präsident Dmitri Medwedew feuerte nach der Panne drei hochrangige Raumfahrtmanager.

Auch der Versuch, einen Mini-Sputnik zum 50. Jubiläum von Jurij Gagarins erstem Raumflug in den Erdorbit zu bringen, war von einer Panne überschattet. Die Kosmonauten Sergej Wolkow und Alexander Samokutjajew schafften es letztendlich aber, den "Kedr"-Satelliten während eines fast sechseinhalbstündigen Außeneinsatzes an der Internationalen Raumstation auf seine Reise zu bringen.

wbr/dapd/AFP/dpa



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