Erste partielle Sonnenfinsternis seit Jahren Astro-Fans fiebern der angeknabberten Sonne entgegen

Erstmals seit sechs Jahren ist über Deutschland am Donnerstag wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Im Norden kann man sie besser beobachten als im Süden.
Partielle Sonnenfinsternis (2011)

Partielle Sonnenfinsternis (2011)

Foto: Friso Gentsch/ dpa

Eine Sonnenfinsternis ist ein seltenes Schauspiel. Sie kann sowieso nur bei Neumond auftreten, wenn der Erdtrabant genau zwischen Sonne und Erde steht. Weil die Mondbahn aber geneigt ist, zieht er meist weit ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur wenn der Mond an diesen Tagen auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzt, stimmen die Bedingungen: Zwei bis viermal im Jahr ist dann irgendwo auf der Erde eine Sonnenfinsternis zu erleben.

Nach sechs Jahren Wartezeit kann man das Spektakel am Donnerstag auch wieder von Deutschland aus verfolgen. Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und die Vereinigung der Sternenfreunde haben vorab die wichtigsten Informationen  zusammengestellt.

Insgesamt dauert die himmlische Vorstellung rund zwei Stunden – und wann es losgeht, hängt vom Standort ab. In Aachen beginnt die partielle Sonnenfinsternis am Donnerstag um 11.21 Uhr, in Braunschweig um 11.30 Uhr und in Frankfurt/Oder um 11.40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt dann die maximale Bedeckung ein, eine weitere Stunde später geht die Finsternis zu Ende.

Wie stark der Mond die Sonne verdeckt, wird ebenfalls dadurch bestimmt, wo man die Finsternis verfolgt. Im Norden wird sich der Mond zu rund 20 Prozent und im Süden zu rund sechs Prozent vor die Sonne schieben.

Feuerring auf Grönland sichtbar

Noch weiter im Norden der Erde wird das Ereignis spektakulärer: Im nördlichen Asien, der Arktis und auf Grönland gibt es eine Zone zentraler Verfinsterung. Dort schiebt sich der Mond zentral vor die Sonne. Für eine totale Sonnenfinsternis ist er allerdings im Juni zu weit von der Erde entfernt, daher bleibt ein schmaler Lichtring um den Mond zu sehen. Auch das ist ein spektakulärer Anblick.

Wichtig ist: Niemand sollte die partielle Finsternis ohne spezielle Sonnenfinsternisbrille beobachten. Wer keine Chance mehr hat, eine zu ergattern, kann auch über den Bau einer Lochkamera nachdenken. Das klingt deutlich komplizierter, als es ist (hier finden Sie eine Bauanleitung). Eine andere Option ist ein Livestream , wie er etwa von der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien angeboten wird. Alle anderen Hilfsmittel, etwa mit Ruß geschwärzte Glasstücke können bleibende Augenschäden zur Folge haben.

Und wer die Sonnenfinsternis am Donnerstag komplett verpasst? Der oder die hat am 25. Oktober 2022 die nächste Chance.

chs/dpa