Wostotschnij Erster Raketenstart am neuen russischen Weltraumbahnhof verschoben

Es sollte der Beginn in eine neue Raumfahrtära werden - doch der erste Start einer Rakete vom neuen Kosmodrom in Russland wurde abgebrochen.
Weltraumbahnhof Wostotschny

Weltraumbahnhof Wostotschny

Foto: Roskosmos

Abbruch in letzter Minute: Der eigentlich für Mittwoch geplante erste Start einer Rakete vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschnij ist kurzfristig um einen Tag verschoben worden. Wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte, wurde der Startprozess automatisch abgebrochen. Die Sojus-Rakete soll drei wissenschaftliche Satelliten in der Erdumlaufbahn platzieren.

Zum Start soll auch der russische Präsident Wladimir Putin vor Ort gewesen sein. Sein Sprecher teilte mit, Putin sei in der Region eingetroffen und habe sich zum Kosmodrom begeben, wo er auch vorerst bleiben wolle. Die Anlage in Sibirien ist ein Prestigeprojekt von Putin. Wie er auf die Verschiebung reagierte, war zunächst nicht bekannt.

Roskosmos-Direktor Igor Komarow sagte vor Journalisten, das System habe sich zweieinhalb Minuten vor dem geplanten Start automatisch abgeschaltet. Ein menschliches Versagen sei ausgeschlossen, sagte Vizedirektor Andrej Iwanow. Ein neuer Versuch solle nun genau 24 Stunden später, am Donnerstag um 4.01 Uhr deutscher Zeit, unternommen werden.

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Wostotschnij: Kosmodrom im Osten Russlands

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Das Kosmodrom im Fernen Osten Russlands soll die Abhängigkeit der russischen Raumfahrt von der früheren Sowjetrepublik Kasachstan verringern. Vom kasachischen Baikonur aus starten bislang die "Sojus"-Raketen mit Nachschub oder Raumfahrern an Bord zur Internationalen Raumstation (ISS). Russland muss eine hohe Miete an Kasachstan zahlen, um den Weltraumbahnhof nutzen zu dürfen.

Dies soll auch noch bis mindestens 2023 so weitergehen, sagte der für Raumfahrt zuständige Minister Dmitrij Rogosin kürzlich. In Wostotschnij, 9000 Kilometer östlich von Moskau, soll in diesem Jahr nur eine Rakete starten. Das Kosmodrom war die größte Baustelle Russlands, gegen die massive Korruptionsvorwürfe erhoben wurden. Insgesamt soll der Bau umgerechnet bis zu 5,3 Milliarden Euro gekostet haben.

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