Eruptions-Video Sonne wirft gigantischen Wirbel

Mit einer spektakulären Eruption hat die Sonne das neue Jahr begonnen. Der seltsam verschlungene Ausbruch, den die Sonde Soho gefilmt hat, erstaunte selbst erfahrene Astronomen.



Für Sonnenforscher begann das Jahr ungewöhnlich stürmisch: In den Morgenstunden des 4. Januar zeichneten die Instrumente des europäisch-amerikanischen Weltraumobservatoriums Soho einen gigantischen Ausbruch auf der Oberfläche des Zentralgestirns auf, der die sonst eher nüchternen Forscher im Kontrollzentrum in Begeisterung versetzte.

So genannte koronale Massenauswürfe, zu denen auch die nun beobachtete Erscheinung zählt, ereignen sich zwar relativ häufig auf der Sonne. An dieser besonders imposanten Eruption faszinierte die Wissenschaftler jedoch die verschlungene Form der heißen Gasmassen. Es sei möglicherweise der komplexeste Ausbruch seit dem Start der Soho-Mission vor sechs Jahren, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Bei der spektakulären Eruption schleuderte die Sonne Millionen Tonnen Plasma mit einer Geschwindigkeit von rund 3,5 Millionen Kilometer pro Stunde ins All. Die seltsamen Verwirbelungen der heißen Gasmassen sind auf den Soho-Videos deutlich zu erkennen. Solche Ausbrüche können entstehen, wenn instabile Magnetfelder auf der Sonnenoberfläche kollabieren und hochgeschleudert werden.

Da das Eruptionszentrum um etwa 90 Grad von der Erde abgewandt war, hatte der koronale Massenauswurf nur geringe Auswirkungen auf die Erde. Brechen solche Plasmawolken aus der erdnahen Sonnenseite, entfachen sie oft schwere geomagnetische Stürme. Die auf das Erdmagnetfeld prallenden Sonnenteilchen können dann leuchtende Polarlichter erzeugen, führen am Boden mitunter aber auch zu Elektronikpannen und Stromausfällen.

Die beeindruckenden Videoaufnahmen der Sonneneruption setzten die Forscher aus Daten der Soho-Instrumente EIT und Lasco zusammen. Das EIT (Extreme Ultraviolet Imaging Telescope) liefert Ansichten der Sonnenoberfläche im ultravioletten Wellenbereich. Auf seinen aktuellen Aufnahmen ist zu erkennen, wie zu Beginn des Ausbruchs eine leuchtende Plasmastruktur emporschnellt.

Der Koronograf Lasco (Large Angle and Spectrometric Coronagraph) hingegen blendet das Zentralgestirn selbst aus und erfasst nur die Vorgänge in der äußeren Sonnenatmosphäre. Er zeichnete am 4. Januar das ganze Ausmaß der Eruption auf: Die Bilder zeigen eine mächtige Gasströmung, die das Zentralgestirn für wenige Stunden als Nebendarsteller erscheinen lässt.

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