Entdeckung der Esa Asteroid könnte in 65 Jahren die Erde treffen

Die Esa hat ihre Risikoliste für Asteroideneinschläge auf der Erde um ein Objekt ergänzt: "2019 SU3" gehört zu den vier Gesteinsbrocken mit der größten Wahrscheinlichkeit, die Erde zu treffen.

Asteroid auf Kollisionskurs: Insgesamt 878 potenziell gefährliche Brocken sind registriert
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Asteroid auf Kollisionskurs: Insgesamt 878 potenziell gefährliche Brocken sind registriert


Forscher bereiten sich auf den Ernstfall vor. Erst im Mai 2019 haben Astronomen in Washington die Folgen eines Asteroideneinschlags auf der Erde durchgespielt. Sie arbeiten außerdem an Methoden, einen Einschlag abzuwenden, etwa indem sie Brocken rechtzeitig zerstören, die auf einem Kollisionskurs sind. Die Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass sie potenzielle Einschlagskörper kennen.

Dafür führt die Europäische Weltraumagentur Esa eine Liste, in der sie Gesteinsbrocken auflistet, die der Erde gefährlich werden könnten. Nun ist ein weiterer Asteroid hinzugekommen: "2019 SU3" steht auf Platz vier der Aufzählung und gehört damit zu den gefährlichsten Objekten seiner Art.

Am 16. September 2084 könnte der Brocken die Erde treffen, berichtet die "International Business Times". Die Chance stehe bei eins zu 151. Anders ausgedrückt: In einem von 152 Fällen erreicht ein Brocken mit der Flugbahn von "2019 SU3" die Erde.

Brocken unter erhöhter Beobachtung

Laut dem Medienbericht rechnen Experten für den Fall eines Einschlags zwar nicht mit einer globalen Katastrophe. Dafür sei der Asteroid zu klein. Die Esa hat das Objekt dennoch auf ihre Prioritätenliste genommen. Es steht damit unter erhöhter Beobachtung.

"2019 SU3" hat vermutlich einen Durchmesser von etwa 14 Metern. Zum Vergleich: Der Brocken, der 2013 in der Nähe der russischen Stadt Tscheljabinsk eingeschlagen ist, war 20 Meter groß, bevor er auf die Erdatmosphäre traf.

Durch die gewaltige Explosion, die dabei entstand, zersprangen Fensterscheiben. Etwa 1200 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden, meist weil sie Schnittverletzungen davon getragen hatten. Nach dem Vorfall warnten Experten, dass kleine Asteroiden nicht unterschätzt werden sollten.

Einschlag aus 120.000 Kilometern Abstand

"2019 SU3" wird in 65 Jahren wohl zunächst in einem Abstand von knapp 120.000 Kilometern auf die Erde zusteuern. In astronomischen Entfernungen eine geringe Distanz. Noch bewegt sich "2019 SU3" auf einer weiten Bahn um unseren Heimatplaneten und kreuzt dabei unter anderem die Umlaufbahn der Venus, des Merkurs und des Mars - deren Gravitationskraft könnte den Asteroiden letztlich auf Kollisionskurs mit der Erde bringen. Der Brocken würde dann auf direktem Weg in die Atmosphäre stürzen.

Das nächste Mal wird sich der Gesteinskörper am 6. Juli 2038 der Erde nähern, dann aber noch mit einem Abstand von gut zehn Millionen Kilometern. Zur Einordnung: Der Mond ist gut 380.000 Kilometer entfernt.

Erst im September hatte die Esa darauf hingewiesen, dass derzeit 878 Asteroiden bekannt sind, die in den nächsten hundert Jahren auf die Erde treffen könnten. Gelistet werden alle Objekte, bei denen auch nur die geringste Chance für eine Kollision besteht. Auch die Esa warnte, dass bereits kleine Asteroiden - je nach Einschlagsort - schwere Schäden auf der Erde verursachen können.

Forscher weltweit suchen derzeit nach weiteren, bislang unentdeckten Asteroiden, die unserem Planeten gefährlich werden könnten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, "2019 SU3" werde in 65 Jahren wohl zunächst in einem Abstand von knapp 120 Kilometern auf die Erde zusteuern. Tatsächlich sind es 120.000 Kilometer. Wir haben den Fehler korrigiert.

jme

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