Esa-Projekt "Aurora" Europäer wollen 2024 auf den Mond und 2030 zum Mars

Die europäische Raumfahrtagentur Esa lässt sich nicht lumpen. Trotz Beagle-Fehlschlags soll in 26 Jahren der erste Europäer den Mars betreten. Vorher, im Jahr 2024, wird laut Planung der Mond europäisiert. Die Finanzierung des ehrgeizigen Projekts steht allerdings noch in den Sternen.

Zurzeit wollen alle auf den Mars. Und wenn das erst mal nicht geht, dann tuts vorübergehend auch der Mond. So macht das US-Präsident George W. Bush - und auch die Europäer planen dergleichen.

Schon seit einiger Zeit bereitet die Esa eine ehrgeizige Erkundung des Sonnensystems vor. In 20 Jahren, im Jahr 2024, wollen die Europäer Astronauten auf den Mond schießen. Sechs bis neun Jahre später soll der Mars menschlichen Besuch bekommen. Der Fahrplan ins Weltall ist aufgestellt, die technologischen Ziele des Projekts "Aurora" wurden studiert und skizziert. Esa-Planungschef Franco Ongaro will nun Haushaltsmittel in Höhe von 900 Millionen Euro für die erste Etappe (2005-2009) fordern.

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Mars-Rover: Spirits Weg zum Krater

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Mars-Erkundung: "Spirit" absolviert Generalprobe

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Bei der mit großer Wahrscheinlichkeit gescheiterten Beagle-Mission haben die Esa-Strategen zwar einen Dämpfer bekommen. Vielleicht können sie aber den Ehrgeiz der Politiker in der "Alten Welt" anstacheln angesichts der brillanten Schnappschüsse, die der amerikanische Mars-Rover "Spirit" zu Erde funkt. Laut Aurora-Projekt könnte die Esa im Jahr 2010 mit einem eigenen Mobil namens "ExoMars" auf dem Roten Planeten herumkurven.




Wie viel das ganze Aurora-Programm kosten wird, weiß Programmmanager Ongaro allerdings nicht. Für den ersten Schritt auf dem Weg zu Mond und Mars sind die Verträge mit der Raumfahrtindustrie aber schon unter Dach und Fach. 2007 soll ein Kleinsatellit testen, wie eine Kapsel mit Mars-Bodenproben unbeschädigt wieder auf die Erde zurückkehren kann. Zwischen 2011 und 2014 möchten die Europäer dann die ersten Mars-Brocken tatsächlich zur Erde bringen.

Angeblich wollen Frankreich, Italien sowie Großbritannien mitmachen, aber auch Kanada, die Schweiz, Belgien und andere. Zurückhaltend regiert bisher das Berliner Forschungsministerium. Die Esa ist jedenfalls sicher, "dass Europa bei einer bemannten Mission zum Mars eine Schlüsselrolle spielen kann". Planungsmanager Ongaro hofft, dass die Deutschen mit an Bord kommen und nicht nur Beobachter einer Mars-Eroberung bleiben.

"Spirit" nimmt Ersatzrampe

Die Nasa bereitet derweil alles für die erste Ausfahrt ihres Marsmobils "Spirit" vor, die für Mittwochabend oder Donnerstagmorgen geplant ist. Derzeit steht allerdings noch nicht fest, ob das vergangene Nacht geplante Wendemanöver auf der Landeplattform wirklich geglückt ist. Erschlaffte Airbags hatten die Rampe blockiert, über die "Spirit" ursprünglich den Marsboden erreichen sollte. Die Nasa-Techniker entschieden daraufhin, über die Ersatzrampe vom Landegerät zu rollen, was das Wendemanöver erforderlich machte.



Die Fahrtroute steht bereits fest. Zunächst soll "Spirit" einen 250 Meter entfernten Krater besuchen. Der Trip dort hin wird voraussichtlich sechs Wochen dauern - mit Stopps zur Aufnahme von Bodenproben. "Wir werden uns sehr vorsichtig nähern", sagte leitende Wissenschaftler des Projekts, Steven Squyres. "Niemand hat jemals einen Mars-Krater befahren."

Nach dem Krater soll "Spirit" Kurs auf die Bergkette östlich des Landeplatzes nehmen. Sie ist mit drei Kilometern jedoch zu weit entfernt, um sie tatsächlich zu erreichen. "Spirit" wird in den anvisierten 90 Tagen voraussichtlich nur 600 Meter schaffen, danach rechnen die Wissenschaftler mit dem Ausfall des Mobils.

Interessante Details gibt es inzwischen zu Landung des Rovers. Der Nasa-Wissenschaftler Tim Parker, zuständig für die genaue Kartierung des Umfelds, berichtete, dass die mit Airbags geschützte Sonde 28 Mal über den Marsboden hüpfte und erst 300 Meter von der ersten Aufschlagstelle entfernt zum Liegen kam.



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