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18. Januar 2007, 10:54 Uhr

Esa-Rover

Mars-Mission auf 2013 verschoben

Wegen Geldmangel und technischer Probleme muss die Esa den geplanten Flug zum Roten Planeten um zwei Jahre auf 2013 verschieben. Die Europäer wollen dann mit einem eigenen Rover nach Spuren von Leben suchen und bemannte Missionen vorbereiten.

"Der ursprünglich für 2011 geplante große Sprung musste um zwei Jahre verschoben werden, weil diese Mars-Mission technisch sehr kompliziert ist und weil Gelder fehlen", sagte Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation Esa, gestern in Paris. Für die Entwicklung des Rovers "Exomars" wurden bereits 650 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Rover "Exomars": Mission beginnt erst 2013
ESA / AOES Medialab

Rover "Exomars": Mission beginnt erst 2013

Die europäische Antwort auf die sehr erfolgreichen und nach wie vor funktionstüchtigen Nasa-Rover "Spirit" und "Opportunity" soll die Oberfläche des Roten Planeten erkunden und nach Spuren von Leben suchen, berichtete Dordain. "Exomars" ist ein wichtiges Kernelement des Aurora-Programms der Esa, das außer bemannten Flügen zum Mond die Landung von Astronauten auf dem Mars im Jahr 2030 ins Auge fasst.

Eine Entscheidung über den Fortgang und den Umfang des Projekts mit dem 200-Kilogramm-Rover will die Esa im April oder Mai 2007 treffen. "Ich bin nicht sicher, dass es heute eine Lösung für alle gewünschten Instrumente an Bord gibt", sagte Dordain. Eine russische Sojus-Trägerrakete soll den Rover zum Mars fliegen.

"Exomars" wird zur Energieerzeugung Solarzellen benutzen. Der Rover soll nach derzeitigem Planungsstand mehrere Kilometer auf dem Mars zurücklegen. Mithilfe optischer Sensoren und einer integrierten Steuersoftware soll "Exomars" sich autonom bewegen können. Die Esa will den Rover unter anderem mit einem Bohrsystem ausrüsten und weiteren wissenschaftlichen Instrumenten, mit denen das Gefährt Materialproben aufnehmen und analysieren kann. Bei der Landung setzen die Esa-Wissenschaftler voraussichtlich auf die gleichen Techniken, die auch ihre Nasa-Kollegen bei "Spirit" und "Opportunity" genutzt haben: Bremsfallschirme und Airbags, die sich vor dem Aufprall aufblasen.

Dordain erwartet, dass die Esa sich künftig erweitern wird. "Es ist klar, dass wir in fünf Jahren 22 oder 23 Mitglieder haben werden", erklärte er. Von 10 Ländern gegründet, ist der Kreis der Mitgliedsländer bereits auf gegenwärtig 17 angewachsen. Immer mehr Länder in der Organisation zu haben, "ist eine gute Nachricht", sagte der Esa-Chef. Doch bringe dies auch Umstellungsprobleme auf der Ebene der Entscheidungsprozesse.

hda/dpa

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