Raumfahrt "Cheops"-Mission gestartet

Es hat doch noch geklappt: Eine Sojus-Rakete hat den Satelliten der "Cheops"-Mission ins All geschossen. Er soll nun fremde Welten erforschen und vielleicht sogar Hinweise auf Leben finden.
"Cheops" mit Stern und Exoplaneten: Der Satellit ist etwa doppelt so groß wie eine Waschmaschine

"Cheops" mit Stern und Exoplaneten: Der Satellit ist etwa doppelt so groß wie eine Waschmaschine

Foto: ESA/dpa

Mit einem Tag Verspätung ist die "Cheops"-Mission zur Erkundung von Exoplaneten ins All gestartet. Die Sojus-Rakete hob am Mittwochmorgen deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab. Mit an Bord war neben dem "Cheops"-Satelliten unter anderem der Nanosatellit "OPS-SAT", ein kleines Weltraumlabor.

Vier Stunden und 13 Minuten nach dem Start hat sich der Satellit mit dem Teleskop "Cheops" von der Rakete gelöst. Ursprünglich war der Start für Dienstag geplant. Er musste jedoch wegen technischer Probleme gestoppt werden.

Die "Cheops"-Mission (Characterising Exoplanet Satellite) soll mehrere Hundert Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erforschen. Derzeit sind etwa 4000 solcher Exoplaneten bekannt.

Auf die mittlere Dichte kommt es an

Dazu nimmt das Weltraumteleskop helle Sterne ins Visier, um die Planeten kreisen. Wenn sich einer der Planeten vor seine Sonne schiebt, schirmt er das Sonnenlicht ab und ist als kleiner schwarzer Punkt zu sehen. "Cheops" zeichnet solche Helligkeitsveränderungen auf, um die Größe des Planeten zu ermitteln.

Über eine andere Beobachtungsmethode von der Erde kennen die Wissenschaftler bereits das Gewicht vieler Planeten. Und Größe und Gewicht zusammen ergeben die mittlere Dichte. "Mit der mittleren Dichte kann man Aussagen treffen, aus was der Planet bestehen könnte", sagt der "Cheops"-Hauptverantwortliche Willy Benz. Ist es ein Gasplanet? Oder besteht der Himmelskörper eher aus Eisen, Stein oder vielleicht sogar Wasser? Außerdem soll "Cheops" Informationen zu einer möglichen Atmosphäre und damit Hinweise auf mögliches Leben liefern.

Der Satellit wird in etwa 700 Kilometer Höhe fliegen und von Spanien aus gesteuert. Das wissenschaftliche Betriebszentrum liegt in der Schweiz. Zu der gemeinsamen Mission der Esa und der Schweiz gehört ein Konsortium aus elf weiteren Ländern, darunter auch Deutschland. Zwei Module des Satelliten lieferte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR); sie wurden in Berlin-Adlershof gebaut.

koe/dpa