Essen auf der ISS Kosmos-Kost wird immer teurer

Preissteigerungen machen auch vor der Schwerelosigkeit nicht halt: Die Kosten für die tägliche Nahrungsmittelration für russische Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation ISS sind innerhalb eines Jahres um fast 50 Prozent gestiegen.

Raumstation ISS (Mai 2010): Teures Essen für die Raumfahrer
REUTERS / NASA

Raumstation ISS (Mai 2010): Teures Essen für die Raumfahrer


Moskau - Bis zu 1,75 Kilogramm verzehren die Raumfahrer in der Schwerelosigkeit täglich - meist sämige und gut am Besteck haftende Gerichte wie etwa Grütze, Rühreier, Eintöpfe oder Puddingspeisen. Brot ist hingegen tabu: Zu groß wäre die Gefahr, dass Krümel in die hochsensiblen Instrumente der Raumstation gelangen.

Russische Raumfahrtmanager berichten nun von einer massiven Preissteigerung für die Nahrungsmittelrationen. Der Chef des für die Versorgung der Raumfahrer zuständigen Instituts, Viktor Dobrowolski, berichtete, die Kosten seien innerhalb eines Jahres um fast 50 Prozent geklettert. "Im letzten Jahr hat die tägliche Versorgung eines Kosmonauten im All knapp 11.000 Rubel (rund 256 Euro) gekostet. Heute liegen diese Kosten bei 15.000 Rubel", sagte Dobrowolski der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Grund für die Inflation im All ist demnach die Preissteigerung bei Produkten, die für die Herstellung der Kosmonautennahrung nötig sind. Dabei bietet der Speiseplan im All ohnehin wenig Abwechslung: Jeden achten Tag beginnt er von vorn. Immer mal wieder gibt es jedoch Ausnahmen für die ISS-Besatzung. So schickte die Esa die Kreationen des deutschen Sternekochs Harald Wohlfahrt auf die Station. Vor allem seine Kalbsbäckchen, so war anschließend zu hören, kamen bei den Raumfahrern gut an.

chs/afp



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