Europas Raumtransporter "Johannes Kepler" gleitet vorerst nicht ins All

Entscheidung im letzten Moment - nur Minuten trennten "Johannes Kepler" vor dem Jungfernflug zur Internationalen Raumstation ISS. Doch dann brachen die Techniker den Start des unbemannten europäischen Weltraumtransporters ab. Mittwoch soll es einen erneuten Versuch geben.

Ariane-Rakete in Kourou: Das unbemannte Raumschiff "Johannes Kepler" blieb am Boden.
AFP

Ariane-Rakete in Kourou: Das unbemannte Raumschiff "Johannes Kepler" blieb am Boden.


Kourou/Bremen - Post von ihren Familien, frische Socken und Schokolade - unter anderem darauf müssen die Astronauten an Bord der ISS nun länger warten. Der Start des Weltraumtransporters "Johannes Kepler" vom Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guyana wurde rund vier Minuten vor der Zündung der Trägerrakete kurz nach 23 Uhr MEZ am Dienstagabend abgebrochen. Ein Sensor sendete während der Betankung fehlerhafte Signale, wie der Chef des Ariane-Programms bei EADS Astrium, Holger Wentscher, erklärte. Daraufhin sei die computergesteuerte Startsequenz gestoppt worden.

Rund 150 Techniker und Ingenieure hatten das in Bremen gebaute Raumschiff für den Flug ins All vorbereitet. Der nächste Startversuch soll nach der Fehlerbehebung am Mittwochabend unternommen werden. Eine Trägerrakete vom Typ Ariane 5 soll den Raumtransporter ins All bringen, so dass sie computergesteuert an die ISS andocken kann. Dann können die Astronauten der ISS ausladen: Mehr als sieben Tonnen Lebensmittel, Treibstoff, Ersatzteile und weiteres Material befindet sich an Bord. Anfang Juni soll das Vehikel mit Müll beladen von der ISS abkoppeln und beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

nib/dpa/dapd/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Roana, 16.02.2011
1. Niedliche Beschreibung für eine Riesensauerei
"...in der Erdathmosphäre verglühen..." hört sich so hübsch sauber an. Was wird passieren: Die Außenhülle wird es recht fix zerlegen, die hat ja keine Hitzeschutzmaßnahmen, der im Inneren lagernde "Müll" flüssige Abfälle und anderer Dreck wird austreten und sich über dem Pazifik verteilen und herab rieseln. Das ist undefähr so toll wie wenn man das Müllauto auf der Fahrt zur Verbrennungsanlage einfach aufmacht und den Dreck auf die Straße kleckern lässt. Selbst wenn die, nennen wir es ruhig beim Namen, Fäkaliensuppe aus der ISS als Aerosol so fein verteilt wird, dass sie in den Wolken schwebt, finde ich es trotzdem unhygienisch genug, wenn sie irgendwann auf mich herunter regnet. Die Flüssigabfälle werden nicht "verglühen" sondern höchsten massive Teile, die genug Geschwindigkeit bis in tiefere Luftschichten mitnehmen können. Nicht dass es viel ändern würde an der Vermüllung des Pazifiks - aber wenn man schon Hightech Raumfahrt betreibt, sollte man seinen Müll ordentlich entsorgen und ihn nicht einfach sozusagen aus dem Fenster werfen, in der Hoffnung, dass es schon keinem auffällt.
fessi1 16.02.2011
2. nicht so schnell mit den jungen Pferden...
Zitat von sysopEntscheidung im letzten Moment - nur Minuten trennten "Johannes Kepler" vor dem Jungfernflug zur Internationalen Raumstation ISS. Doch dann brachen die Techniker den Start des*unbemannten europäischen Weltraumtransporters ab. Mittwoch soll es einen erneuten Versuch geben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,745817,00.html
"Bravo Ariane5! Sensationeller Start! Wir gratulieren Ariane zu ihrem 200. Flug. Mit dem ATV Johannes Keppler." So zu lesen in der Werbe Anzeige von Astrium auf SPON. Uppps
kalumeth 16.02.2011
3. Johannes Kepler um 1600
war sicherlich keiner, der davon träumte, zu den Planeten fliegen zu wollen. Ja, er berechnete als Erster Mathematiker ihre Bahnen. Doch als -auch- theologischer Astrologe entwickelte er damit als eben jene heidnisch-christliche Archetypen-Psychologie der Babylonier, Kelten und Griechen weiter. Er sah die Planetenbahnen synchron IM Menschen Neigungen be/wirken, als er (ähnlich wie Luther) den Feldherrn Wallenstein vor allzu abergläubigen Schicksalsglauben vom Horoskop warnte: "Die Sterne (Planeten) zwingen nicht, aber sie machen (den Charakter) geneigt." Er brauchte dort nicht hin ...und die Milliarden von Geldern/Ressourcen verschwenden, die heute besser für ein friedliches und ökoverträgliches Zusammenleben auf der Erde angelegt wären!
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