Exoplaneten-Wettbewerb Ein Stern, der deinen Namen trägt

Bisher bekommen neu entdeckte Exoplaneten reichlich technische Bezeichnungen verpasst. Die Internationale Astronomische Union will das jetzt ändern - mit einem Wettbewerb. Für den gibt's aber ein paar strenge Regeln.
Exoplanetare Systeme (künstlerische Darstellung): Namen gesucht

Exoplanetare Systeme (künstlerische Darstellung): Namen gesucht

Foto: DPA / Esa

Garching - Klein und steinig, gigantisch groß und aus Gas: Fast 2000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben Forscher bereits entdeckt. Und es gibt noch unvorstellbar viele mehr. Jetzt sollen einige ferne Welten eigene Namen bekommen. Die Internationale Astronomische Union (IAU) startet dazu einen Wettbewerb zur Benennung von 305 Exoplaneten und ihrer Heimatsterne.

Bis jetzt bekommen die Himmelskörper reichlich technische Bezeichnungen verpasst. Sie bestehen aus dem Namen oder der Katalogbezeichung des Sterns, um den die Planeten kreisen und einem angehängten Kleinbuchstaben. Diese Buchstaben werden dabei nach der Reihenfolge der Entdeckung vergeben. So kommen etwa Namen zustande wie Kepler-10c oder CoRoT-4b, wegen der Teleskope, die diese Planeten entdeckt haben.

Der neue Wettbewerb auf einer eigens eingerichteten Webseite  soll prosaischere Ergebnisse liefern: In einem ersten Schritt sollen Astronomieklubs und andere Interessengruppen weltweit Vorschläge machen. Einzelpersonen dürfen das einstweilen noch nicht, Interessenten können sich aber auf eine Art Warteliste setzen lassen. Von März 2015 an soll dann die Öffentlichkeit über die Vorschläge abstimmen, wie die IAU mitteilte.

Politik, Geschichte und Religion sind tabu

Ein paar Regeln gibt es: So sollen die neuen Namen nicht mehr als 16 Buchstaben haben, im Idealfall aus einem Wort bestehen, keine Haustiere, Produkte oder lebenden Personen beschreiben - und auch nicht unflätig sein. Auch alles, was mit Politik, Geschichte oder Religion zu tun hat, ist tabu.

Die bisherigen wissenschaftlichen Bezeichnungen für die Exoplaneten und ihre Heimatsterne sollen auch in Zukunft gültig bleiben. Die umgangssprachlichen Namen aus dem Wettbewerb sollen parallel dazu als offizielle Bezeichnungen von der IAU beschlossen werden.

Die Organisation ist seit ihrer Gründung 1919 für die offizielle Benennung von Himmelsobjekten zuständig. Es ist das erste Mal, dass sie einen derartigen Wettbewerb startet. Die Aktion solle dem gestiegenen Interesse der Menschen an astronomischen Entdeckungen Rechnung tragen und eine breite Öffentlichkeit beteiligen, erläuterte die Union.

Abgestimmt wird über Planeten, die als sicher nachgewiesen gelten. Denn neben den beinahe 2000 bekannten Himmelskörpern dieser Art gibt es noch ebenso viele Kandidaten. Und in manchen Fällen stellt sich dann heraus, dass ein vermuteter Exoplanet doch gar keiner ist - so wie kürzlich bei den Exemplaren namens Gliese 581 d und g. Die galten einige Zeit sogar als potenzielle Erdzwillinge.

Doch sie sind, so zeigten kürzlich Forscher um Paul Robertson von der Pennsylvania State University im Fachmagazin "Science" , in Wahrheit wohl nur eine Art optische Täuschung. Prozesse im Stern sind demnach dafür verantwortlich, dass es Veränderungen in seinem Lichtspektrum gab. Die hatten die Forscher als Hinweise auf Planeten fehlinterpretiert. Zweifel an den Beobachtungen hatte es schon länger gegeben.

chs/dpa
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