"Fermi" Nasa-Teleskop spürt Mega-Strahlungsquellen auf

Die Überreste explodierter Sterne funktionieren als gigantische Teilchenbeschleuniger. Sie sorgen vermutlich dafür, dass die kosmische Strahlung ihre extrem hohe Energiemenge bekommt. Das Nasa-Teleskop "Fermi" hat jetzt einige besonders beeindruckende Exemplare fotografiert.
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Reste von Supernovae: Mächtige Teilchenschleudern

Foto: NASA

Berlin - Gut 60 Jahre ist es her, dass der italienische Physiker Enrico Fermi eine Theorie zur kosmischen Strahlung präsentierte: Die Teilchen, so glaubte der Wissenschaftler, würden durch Wolken von magnetisiertem Plasma oder sogenannte Schockfronten nach Supernovaexplosionen auf ihre nur schwer vorstellbare Energie beschleunigt. Denn die kosmische Strahlung ist zum Teil eine Milliarde Mal energiereicher als das sichtbare Licht.

Nun hat das nach Forscher benannte Nasa-Weltraumteleskop "Fermi" Quellen kosmischer Strahlung in den Überresten mehrerer Supernovae fotografieren können. Stefan Funk vom Kavli Institute for Particle Astrophysics and Cosmology im US-Bundesstaat Kalifornien hat die Ergebnisse auf dem Kongress der American Physical Society in Washington vorgestellt.

Das fliegende Observatorium machte drei Strahlungsquellen aus: W51C, W44 und IC443. Sie stammen von Sternenexplosionen, die zwischen 4000 und 30.000 Jahre zurückliegen. Außerdem registrierte "Fermi" die Strahlung des Supernova-Rests Cassiopeia A, der gerade einmal 300 Jahre alt ist. Er war allerdings schon mit erdgebundenen Teleskopen untersucht worden.

Die kosmische Strahlung besteht zu einem großen Teil aus Protonen, die auf ihrem Weg durch die Galaxie von Magnetfeldern abgelenkt werden. Deswegen hatten Forscher lange Zeit Probleme damit, die Herkunft der Strahlung genau festmachen zu können. Wenn die Partikel der kosmischen Strahlung mit interstellarem Gas kollidieren, dann entstehen Gammastrahlen - vermutlich zumindest.

Denn möglich wäre es auch, dass die Gammastrahlenemissionen entstehen, wenn schnelle Elektronen an den Kernen der Gasatome in den Wolken vorbeifliegen. In jedem Fall, so sagen die Forscher, seien aber die Überreste der Supernova gigantische Beschleuniger für kosmische Teilchen - ganz so, wie "Fermi" es postuliert hatte.

chs

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