Frachttransport Private Raumkapsel soll nächstes Jahr an ISS andocken

Billig-Transporter fürs All: US-Firmen bauen private Frachttransporter für den Flug zur Internationalen Raumstation. Bereits 2011 soll der erste starten. Derzeit läuft noch der übliche Linienverkehr - eine russische Sojuskapsel ist auf dem Weg zur ISS.

"Falcon 9" (beim Start am 4. Juni 2010): Frachtkapsel "Dragon" soll auch bald fliegen
AFP

"Falcon 9" (beim Start am 4. Juni 2010): Frachtkapsel "Dragon" soll auch bald fliegen


Moskau - Die erste private Raumkapsel soll deutlich früher als geplant an der Internationalen Raumstation ISS andocken - und zwar schon im kommenden Jahr. "Der erste Testflug kann bereits in diesem Sommer oder Herbst über die Bühne gehen", sagte der Direktor für die bemannte Raumfahrt der US-Weltraumbehörde Nasa, William Gerstenmaier.

Ursprünglich war der Premierenflug der acht Tonnen schweren "Dragon" zur ISS erst für 2013 geplant. Die von der kalifornischen Firma SpaceX entwickelte Kapsel kann etwa sechs Tonnen Fracht befördern. Anfang Juni hatte die ebenfalls von SpaceX konstruierte Trägerrakete "Falcon 9" ihren Jungfernflug erfolgreich absolviert. In 250 Kilometern Höhe setzte sie einen Testsatelliten aus.

SpaceX gehört dem südafrikanischen Internet-Milliardär Elon Musk, der sich auch beim Elektro-Autobauer Tesla engagiert. Nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama sollen nach dem Ende des Shuttle-Programms Privatfirmen den Transport von Astronauten und Material zur ISS übernehmen. Die Regierung will über fünf Jahre knapp fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um verlässliche und billige Transportsysteme zu entwickeln.

Milliardenverträge sind geschlossen

Die Nasa hat mit SpaceX bereits Verträge über einen Wert von 3,1 Milliarden Dollar bis ins Jahr 2016 abgeschlossen. Auch mit dem Unternehmen Orbital Sciences Corporation gibt es einen Vertrag. Dessen Rakete "Taurus II" soll ihren ersten Flug im kommenden Jahr absolvieren.

Bis zum Start der neuen Raumfähren ist die Nasa auf Mitfluggelegenheiten in russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen. Zuletzt ist am Mittwochmorgen eine von ihnen zur ISS gestartet. Wie das russische Flugleitzentrum bei Moskau mitteilte, soll die Kapsel in der Nacht zum Freitag an der Raumstation ankommen.

An Bord der "Sojus"-Kapsel sind der russische Kapitän Fjodor Jurtschichin und die US-Bordingenieure Doug Wheelock und Shannon Walker. Sie sollen für fünfeinhalb Monate an Bord der ISS bleiben und zunächst das Team um den russischen ISS-Kommandanten Alexander Skworzow, seinen Landsmann Michail Kornijenko und die Nasa- Astronautin Tracy Caldwell-Dyson unterstützen, das im September zur Erde zurückkehren wird.

chs/dpa/afp



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