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12. Juli 2012, 07:45 Uhr

Weltraumteleskop "Hubble"

Forscher entdecken fünften Pluto-Mond

Auf Bildern des Weltraumteleskops "Hubble" haben Forscher einen neuen Mond des Zwergplaneten Pluto gefunden: Er ist unregelmäßig geformt und hat einen Durchmesser von 10 bis 25 Kilometern. Der winzige Trabant wurde P5 genannt.

Hamburg - Er könnte neue Hinweise auf die Entstehung des Pluto und seiner Monde geben: Das Weltraumteleskop "Hubble" hat in einer Umlaufbahn des Zwergplaneten einen neuen Mond entdeckt. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa in Washington mit. Damit hat der eisige Zwergplanet am Rande unseres Sonnensystems mindestens fünf Begleiter.

Das Entdecker-Team um Mark Showalter vom Seti-Institut in Kalifornien hatte den Mond auf einer Serie von neun "Hubble"-Aufnahmen entdeckt, die zwischen Ende Juni und Anfang Juli entstanden waren. Der Trabant bekam die vorläufige Bezeichnung P5. Auf den vom Teleskop gesendeten Bildern hat P5 eine unregelmäßige Form und einen Durchmesser von 10 bis 25 Kilometern. Er umkreist Pluto in 95.000 Kilometern Abstand.

Es ist nicht "Hubbles" erste Entdeckung eines Pluto-Mondes: 2006 hatte das Weltraumteleskop die Pluto-Begleiter Nix und Hydra entdeckt, 2011 den Mond P4. Plutos größter Mond Charon ist bereits seit 1978 bekannt.

"Wie russische Matrjoschka-Puppen"

Alle Monde umkreisen Pluto in derselben Ebene. "Die Monde bilden eine Folge feinsäuberlich ineinander verschachtelter Umlaufbahnen, ein wenig wie russische Matrjoschka-Puppen", erläuterte Showalter. Die Entdeckung von P5 liefere neue Details zur Entstehung und Entwicklung des Pluto-Systems.

Die Astronomen sind überrascht, dass ein Zwergplanet ein solch komplexes System von Begleitern haben kann. Nach der gängigsten Theorie entstanden alle Pluto-Monde vor Milliarden von Jahren durch eine Kollision zwischen dem Pluto und einem großen Asteroiden des sogenannten Kuiper-Gürtels.

Pluto ist ein Drittel kleiner als unser Mond. Er wurde vergleichsweise spät entdeckt: Erst 1930 gelang es dem US-Astronomen Clyde Tombaugh, den winzigen Leuchtpunkt am Firmament auszumachen. Auf dem weit von der Sonne entfernten Himmelskörper aus Eis und Felsbrocken herrscht frostige Kälte mit geschätzten minus 233 Grad Celsius. 2006 wurde Pluto von der Internationalen Astronomischen Union vom Planeten zum Zwergplaneten degradiert.

Die Nasa-Sonde "New Horizons" ist derzeit auf dem Weg durchs Weltall, um 2015 den Pluto zu überfliegen. Die Sonde soll die ersten detaillierten Bilder des Zwergplaneten und seiner Monde liefern. In den darauffolgenden Jahren soll dann das Infrarotsystem des "Hubble"-Nachfolgers, des "James Webb Space"-Teleskops, weitere Details untersuchen. So sollen etwa Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung der Oberfläche des Pluto und seiner Monde gewonnen werden.

siu/dpa/AFP

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