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21. März 2007, 14:35 Uhr

Gasplanet

Faszinierende Videos vom Saturn

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat drei spektakuläre Videos vom Saturn veröffentlicht. Die Filme, zusammengesetzt aus Einzelbildern des "Hubble"-Weltraumteleskops, zeigen den schnell rotierenden Gasriesen im Zusammenspiel mit seinen Monden.

Der Gasriese ist einer von der schnellen Sorte: Lediglich zehn Stunden braucht Saturn, um sich einmal um sich selbst zu drehen. Er rotiert damit mehr als doppelt so schnell wie die Erde, die 24 Stunden benötigt - obwohl er etwa die 95-mal so schwer und über 760-mal so groß ist wie der blaue Planet.

Ein 24 Sekunden langes Video, das die US-Raumfahrtbehörde Nasa jetzt veröffentlicht hat, zeigt die Rotation des Planeten im Zeitraffer. Der Clip umfasst 24 Stunden - jede Sekunde entspricht einer Stunde. Es handelt sich allerdings um keine echte Filmaufnahme, sondern um eine Animation, die Astronomen aus verschiedenen Einzelfotos des "Hubble"-Weltraumteleskops erstellt haben.

In zwei weitere Videos umkreisen die Saturnmonde Titan, Mimas, Enceladus, Tethys und Dione den Saturn. Teilweise werfen sie Schatten auf den Gasriesen - ein faszinierender Anblick. Beide Mondclips zeigen den Saturn in einer Position, in der die Ringebene fast genau Richtung Erde und Sonne ausgerichtet ist.

"Der Ring wird zu einer hauchdünnen Scheibe", sagte Ray Villard vom Space Telescope Science Institute dem Online-Dienst "Space.com". Somit habe man die Gelegenheit, die Monde sehr deutlich zu sehen. Diese Konstellation kommt nur alle 15 Jahre vor. Für eine Runde um die Sonne benötigt der Saturn, dessen Ringe Menschen schon seit Jahrhunderten faszinieren, 30 Jahre.

Pro Video stand jeweils nur rund ein Dutzend "Hubble"-Fotos zur Verfügung. Um die Bewegungen flüssiger zu machen, entwickelten die Wissenschaftler eigens eine Software, die Hunderte Zwischenbilder berechnete.

Das Ergebnis sind drei verschiedene Filme zwischen 15 und 30 Sekunden Länge. Die beiden Clips, in denen sich Saturnmonde ein Wettrennen um den Planeten liefern, wurden beispielsweise aus Fotos generiert, die in einem Zeitraum von zehn Stunden entstanden sind.

Besonders beeindruckend wirkt der rotierende Saturn. Die Ringe scheinen still zu stehen, obwohl sie sich ebenfalls drehen. In einem der Videos sind sie in voller Pracht zu bewundern, denn sie stehen im maximalen Neigungswinkel zur Erde – und geben so auch die Sicht auf die südliche Halbkugel des Planeten frei. Die Forscher haben den Kontrast erhöht, um die unter den Wolken tobenden Stürme besser sichtbar zu machen. Man erkennt sie als weiße und blaue Punkte.

hda

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