Gazastreifen von der ISS "Mein traurigstes Foto"

Es ist Nacht, über dem Gazastreifen fliegen Raketen: Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas ist auch aus dem All zu sehen. Von der Internationalen Raumstation hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst das Kriegsgebiet fotografiert.
Gaza bei Nacht: "Von der ISS aus sehen wir Explosionen und Raketen über Gaza und Israel."

Gaza bei Nacht: "Von der ISS aus sehen wir Explosionen und Raketen über Gaza und Israel."

Foto: ESA/ NASA

Pyramiden, Vulkane, Sonnenuntergänge - die Fotos, die der deutsche Astronaut Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) auf Twitter postet, wirken meist wie von einer Weltreise im Zeitraffer. Kein Wunder: Die ISS braucht nur eineinhalb Stunden für eine Umrundung der Erde. Nun hat Gerst ein Krisenschauplatz abgelichtet: Am Mittwoch fotografierte er den Gazastreifen.

Die radikale Hamas-Bewegung feuert seit Wochen Raketen aus dem Gazastreifen auf Ziele in Israel ab. Die israelische Armee reagierte zunächst mit Luftangriffen und startete vergangene Woche eine Bodenoffensive. Bei den Kämpfen wurden bereits mehr als 700 Palästinenser getötet, die israelische Seite beklagt den Tod von 32 Soldaten und drei Zivilisten.

"Mein traurigstes Foto", twitterte Gerst . "Von der ISS aus sehen wir Explosionen und Raketen über Gaza und Israel." Bewohnte Gebiete sind an der Beleuchtung zu erkennen. Der schwarze Bereich ist das Mittelmeer.

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Gazastreifen: Warten auf die Waffenruhe

Foto: STRINGER/ REUTERS

Gerst ist seit 57 Tagen auf der ISS. Insgesamt bleibt er sechs Monate auf dem etwa 400 Kilometer über der Erde schwebenden Außenposten der Menschheit. Bis zu seinem Rückflug soll er hundert Experimente im All machen.

jme/dpa/AFP