"Hayabusa 2" Asteroiden-Sonde soll am Mittwoch starten

Der Flug zum Asteroiden 1999 JU3 sollte am Montag beginnen. Doch wegen schlechten Wetters hat Japans Raumfahrtagentur Jaxa den Start auf Mittwoch verschoben. An Bord der Sonde "Hayabusa 2" befindet sich auch der deutsche Asteroidenlander "Mascot".


Die japanische "Hayabusa 2"-Sonde soll ihre mehrjährige Reise zum Asteroiden mit dem schmucklosen Namen 1999 JU3 am Mittwoch beginnen. Um 05.22 Uhr (MEZ) soll das unbemannte Raumschiff vom Raumfahrtzentrum Tanegashima im Süden Japans mit einer Trägerrakete ins All geschossen werden und den Asteroiden bis Mitte 2018 erreichen, wie die Raumfahrtagentur Jaxa am Sonntag mitteilte. Der ursprünglich für Montagmorgen geplante Start musste wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben werden. Ein wichtiger Bestandteil der insgesamt sechsjährigen Mission ist das vor allem in Deutschland entwickelte Landegerät "Mascot".

Nach der am 12. November geglückten Landung des Forschungsroboters "Philae" auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko wartet die wissenschaftliche Gemeinde gespannt auf den Start der "Hayabusa 2"-Sonde. Die Planungen der Astronomen sehen vor, dass die etwa kühlschrankgroße Sonde auf dem Asteroiden 1999 JU3 den von deutschen und französischen Forschern bestückten Lander "Mascot" (Mobile Asteroid Surface Scout) aussetzt.

"Mascot" soll nach der Landung Messungen an verschiedenen Stellen des Asteroiden vornehmen, der einen Durchmesser von etwa einem Kilometer hat. Die Entwicklung des Landers wurde durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geleitet. Die Kosten der Mission "Hayabusa 2" werden auf umgerechnet rund 210 Millionen Euro veranschlagt.

Die Wissenschaftler vermuten, dass sich der Asteroid seit der Entstehung des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren so gut wie nicht verändert hat. Teil der Mission ist es, über der Oberfläche des Asteroiden eine Explosion zu erzeugen und eine Kugel in die Oberfläche zu schießen, um Proben auch aus dem Inneren des Himmelskörpers nehmen zu können. Wenn alles gut geht, soll das Material 2020 auf der Erde landen.

Es ist der zweite Anlauf einer Probenrückführung von einem Asteroiden. Mit der Sonde "Hayabusa 1" hatte die Weltraumagentur Jaxa im Jahr 2010 zum ersten Mal Staub vom Asteroiden Itokawa zur Erde gebracht. Auch wenn es sich nur um wenige Milligramm handelte, die noch nicht einmal mit bloßem Auge sichtbar waren: Die Sammelaktion war wissenschaftlich ein Erfolg.

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Asteroidenmission "Mascot": Auf dem Weg zu 1999 JU3

hda/AFP

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