"Hayabusa 2" Japanische Raumsonde schießt Krater in Asteroiden

Die Raumsonde "Hayabusa 2" hat einen Sprengkörper auf den Asteroiden Ryugu abgefeuert. Das aufgewirbelte Material liefert den Forschern wertvolle Erkenntnisse - und soll eine heikle Frage beantworten.

Der schwarze Schatten zeigt "Hayabusa 2" bei der ersten Landung auf dem Asteroiden
Kyodo News/ Getty Images

Der schwarze Schatten zeigt "Hayabusa 2" bei der ersten Landung auf dem Asteroiden


Die japanische Raumsonde "Hayabusa 2" hat am Freitag einen Sprengkörper auf den Asteroiden Ryugu abgefeuert, um einen Krater in den Himmelskörper zu sprengen. Teile des aufgewirbelten Materials soll die Raumsonde später einsammeln und zur Erde bringen. Das Projektil explodierte planmäßig 40 Minuten nach dem Abschuss.

Das Manöver, 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, war höchst anspruchsvoll. Die Sonde musste sich dem Asteroiden auf 500 Meter nähern. Mit einer Geschwindigkeit von zwei Kilometern pro Sekunde flog das Projektil auf eine zuvor ausgewählte Zielzone zu. Der dabei entstehende Krater dürfte einen Durchmesser zwischen drei und zehn Metern haben. "Hayabusa 2" soll später in dem künstlichen Krater landen und Proben sammeln.

Proben sollen 2020 zur Erde kommen

Um von den auffliegenden Trümmerteilen nicht getroffen zu werden, ging "Hayabusa 2" vorübergehend hinter dem Asteroiden in Deckung. Ob der Einschlag ein Erfolg war, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Die Sonde soll nach Angaben der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa im kommenden Monat auf Ryugu landen und Untergrundmaterial sammeln.

Eine auf den Asteroiden hinabgelassene Kamera hat inzwischen den Krater inspiziert. Inzwischen haben erste Aufnahmen des Manövers die Erde erreicht, wie Jaxa auf Twitter mitteilte.

Die unbemannte Raumsonde "Hayabusa 2" war im Februar erfolgreich auf dem Asteroiden gelandet. Sie war später wieder aufgestiegen und schoss nun das Projektil am Freitag aus 500 Metern Höhe ab. Die Sonde soll nach mehrmaligem Aufsetzen auf Ryugu Ende 2020 zur Erde zurückkehren.

Die deutsch-französisch-japanische Mission soll neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern sowie über die Möglichkeit, einen Asteroiden abzuwehren, sollte eine Kollision mit der Erde drohen. Die Wissenschaftler vermuten organische Stoffe und Wasser von vor 4,6 Milliarden Jahren auf dem Asteroiden Ryugu. Bereits Ende Februar war "Hayabusa 2" kurz auf dem Asteroiden gelandet, hatte eine Kugel in dessen Oberfläche gefeuert, um Staub für Proben aufzuwirbeln.

Die "Hayabusa 2"-Mission, die umgerechnet knapp 90 Millionen Euro kostet, verlief nicht immer problemlos. Ursprünglich war die Landung der Sonde bereits im vergangenen Jahr geplant. Weil sich die Asteroiden-Oberfläche jedoch als unerwartet zerklüftet erwies, musste länger nach einem geeigneten Landeplatz gesucht werden.

koe/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.