»Hayabusa 2« Japanische Sonde schickt Asteroiden-Proben Richtung Australien

Sechs Jahre nach dem Start steht die Mission der japanischen Raumsonde »Hayabusa 2« vor einem spektakulären Ende: Sie hat auf dem 4,6 Milliarden Jahre alten Asteroiden Ryugu Proben gesammelt und diese rasen nun in einer Kapsel Richtung Erde.
So sieht die japanische Raumsonde »Hayabusa 2« aus

So sieht die japanische Raumsonde »Hayabusa 2« aus

Foto: DLR / picture alliance / dpa

Nach einer Weltraumreise von mehr als fünf Milliarden Kilometern hat die japanische Raumsonde »Hayabusa 2« ihr vorerst letztes Manöver bravourös beendet: Sie hat eine Kapsel mit Proben des Asteroiden Ryugu auf den Weg Richtung Erde geschickt. Das gab die japanische Raumfahrtagentur Jaxa bekannt. Bei den Proben handle es sich um 4,6 Milliarden Jahre altes Material. Die Forscher wollen damit den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen.

Die Kapsel wurde in 220.000 Kilometern Entfernung von der Sonde getrennt und soll am Samstagabend (MEZ) in die Erdatmosphäre eintreten. Dabei wird sie dann durch die Lufthülle bei großer Hitzeentwicklung abgebremst. Rund zehn Kilometer über Australien soll dann gegen 18.30 Uhr (MEZ) ein Fallschirm ausgelöst werden, an dem die nur 40 Zentimeter große Kapsel zur Erde schwebt. Landen soll sie in einem Wüstengelände im Süden Australiens, dem Woomera-Testgelände für Luft- und Raumfahrt. Jaxa hat Satellitenschüsseln, Drohnen und Hubschrauber vor Ort im Einsatz, um die von der Kapsel ausgehenden Funksignale zu empfangen und die Kapsel bergen zu können.

Die Proben waren im vergangenen Jahr in mehreren spektakulären Manövern eingesammelt worden: Ende Februar 2019 war »Hayabusa 2« kurz auf dem Asteroiden gelandet und hatte eine Kugel in dessen Oberfläche gefeuert, um Staub für Proben aufzuwirbeln. Im April 2019 sprengte sie dann sogar einen Krater in den Himmelskörper.

Im Juni soll die Analyse beginnen

In der Jaxa-Zentrale brach Jubel und Applaus aus bei der Nachricht von der erfolgreichen Abtrennung der Kapsel. Die mit Spannung erwartete Landung ist der Abschluss der Mission, die im Dezember 2014 von Japan aus begonnen hatte. An dem spektakulären Projekt hatte sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem Lander »Mascot« beteiligt. Dieser war im Oktober 2018 auf Ryugu gelandet und hatte diesen erkundet – bis seine Batterie ausging.

Im Juni nächsten Jahres sollen in Japan die ersten Analysen des Materials beginnen. Die Wissenschaftler vermuten organische Stoffe und Wasser von vor 4,6 Milliarden Jahren auf dem Asteroiden Ryugu. Ein Teil der Proben stellt Japans Raumfahrtagentur Jaxa der Nasa und ab 2022 auch Forschern in anderen Ländern zur Verfügung. Auch das DLR plant Untersuchungen. Ein Vorgänger-Modell der Raumsonde »Hayabusa 2« hatte im Jahr 2010 weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Während die Kapsel auf der Erde erwartet wird, bricht die Sonde »Hayabusa 2« selbst schon zu ihrer nächsten Mission auf. Sie soll einen anderen erdnahen Asteroiden ansteuern und dort in rund zehn Jahren ankommen. 

vet/dpa