Hightech-Stoff Japanischer Astronaut wechselte Unterwäsche einen Monat lang nicht

Koichi Wakata freut sich: Nach viereinhalb Monaten im All kehrt der japanische Astronaut mit der Raumfähre "Endeavour" zur Erde zurück. Und mit ihm auch seine Hightech-Unterwäsche, die er einen Monat lang getragen hat. Offenbar hat sie sich bewährt - niemand beschwerte sich über unangenehme Gerüche.


Cape Canaveral - Die Raumfähre "Endeavour" wird am Freitag auf der Erde erwartet. Damit endet für den japanischen Astronauten Koichi Wakata ein Experiment der besonderen Art: Einen Monat lang trug Wakata spezielle Hightech-Unterwäsche, die für längere Reisen im All entwickelt wurde.

Nasa-Astronaut Mark Polansky (l) und Koichi Wakata: "Meine Kollegen haben sich nie beschwert"
REUTERS

Nasa-Astronaut Mark Polansky (l) und Koichi Wakata: "Meine Kollegen haben sich nie beschwert"

Die Unterwäsche mit der Bezeichnung J-Wear nutzt eine neue Art von antibakteriellem und Feuchtigkeit absorbierendem Gewebe, das zudem auch unangenehme Gerüche unterdrückt. Basis ist ein Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester. Zu der J-Wear-Kollektion gehören Unterhemd, Unterhose und Socken.

In das Experiment waren seine Mitbewohner ohne deren Wissen mit einbezogen: "Ich habe mit den anderen Besatzungsmitgliedern nicht über diese Unterwäsche gesprochen", sagte Wakata. "Ich habe sie etwa einen Monat getragen, und meine Kollegen haben sich nie beschwert", sagte der Astronaut. "Daher denke ich, dass das Experiment gelungen ist."

Wakata war viereinhalb Monate lang im All, die meiste Zeit davon an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Insgesamt hatte er vier Garnituren der Spezialunterwäsche im All. Nach der Landung soll sie eingehend untersucht werden, um die Ergebnisse festzuhalten. Ziel dieser Entwicklung sei "bequeme Alltagskleidung für das Leben in einem Raumschiff", erklärte die japanische Weltraumagentur.

Normalerweise gebe es im All keine Möglichkeit, Wäsche zu waschen, sagte Mike Suffredini, Nasa-Programm-Manager für die Raumstation. Schmutzige Wäsche werde in Kapseln gen Erde geschickt und verglühe in der Atmosphäre.

Wakata war das erste japanische Besatzungsmitglied an Bord der ISS. Nach seiner Rückkehr hat er vor allem Appetit auf Sushi. "Das ist das erste, was ich möchte, und dann auch irgendwann eine heiße Quelle in Japan."

lub/AP



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