Historische Raumfahrt-Fotos Im Silberdress gegen die Sowjets

Vor 40 Jahren konnte John Glenn als erster Amerikaner den Sonnenaufgang aus dem Orbit beobachten. Die wagemutige Erdumrundung brachte die USA zurück ins Weltraumrennen. Ein Rückblick in Bildern.


Vor 40 Jahren schrieb John Glenn Weltraumgeschichte: Der Kampfpilot der US-Marine, der sich im Zweiten Weltkrieg und im Koreakrieg ausgezeichnet hatte, umrundete als erster Amerikaner die Erde. Mit dem frenetisch gefeierten Flug des damals 40-Jährigen zogen die USA bei der Eroberung des Weltalls wieder mit den Russen gleich.

Am 20. Februar 1962 bestieg der Astronaut sein Raumfahrzeug und ließ sich von einer "Atlas"-Trägerrakete in die Umlaufbahn schießen. Glenn harrte vier Stunden, 55 Minuten und 23 Sekunden in der engen "Friendship 7"-Kapsel aus, knipste Fotos und absolvierte medizinische Tests. Nach drei Bahnen um die Erde landete das Fluggerät im atlantischen Ozean, wo die Besatzung eines US-Zerstörers den frisch gekürten Helden aus dem Wasser fischte.

Nur sechs Monate nach ihrer Gründung stellte die Nasa im April 1959 die Astronauten für das "Mercury"-Projekt vor: John Glenn (vordere Reihe, 3. v. l.) ist mit von der Partie Mit einer anonymen Raumkapsel wollte Glenn nicht ins All reisen: Zusammen mit seiner Familie gab er ihr den Namen "Friendship 7" Vor dem Flug kommt der Test: Auf dem Weltraumbahnhof am Cape Canaveral trainierte Glenn für seine Mission
Vorbereitungen für den Start: Am 20. Februar 1962 schlüpft Glenn um halb fünf Uhr morgens in seinen zehn Kilogramm schweren Druckanzug Einstieg in das "Friendship 7": Um 6.03 Uhr morgens, so vermerkt das Protokoll, setzt Glenn seinen Fuß in die Kapsel Historischer Start: Um 9.47 Uhr hebt die "Atlas"-Rakete mit der Raumkapsel ab
160 Kilometer über der Erde: Während des Fluges fotografiert eine Bordkamera den Astronauten Schnappschuss aus dem Fenster: Als erster Amerikaner beobachtet John Glenn den Sonnenaufgang aus dem All Als Nationalheld gefeiert: Nach seiner Rückkehr trifft Glenn den US-Präsidenten John F. Kennedy


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Die historische Erdumrundung des John Glenn war das Ergebnis eines weltraumtechnischen Wettrüstens: Wenige Jahre zuvor hatten die Russen die Amerikaner geschockt: Im Oktober 1957 schossen sie mit "Sputnik" die erste Sonde ins All, nur drei Jahre später umkreiste Jurij Gagarin als erster Mensch den Planeten.

In Reaktion auf diese Erfolge kündigte die neu gegründete US-Raumfahrtbehörde Nasa im Oktober 1958 das Unternehmen "Mercury" an. Ziel des ehrgeizigen Großprojektes war es, ein bemanntes Raumfahrzeug auf eine Umlaufbahn um die Erde zu befördern, die menschlichen Leistungen unter solchen Bedingungen zu beobachten und schließlich Mann und Maschine wieder sicher zu Boden zu bringen.

Im Mai 1961 gelang es der Nasa, mit Alan Shepard den ersten Amerikaner ins All zu schießen - allerdings nur auf einer suborbitalen Bahn. Die Erdumrundung schaffte erst John Glenn mit "Friendship 7". Bis zum Abschluss des "Mercury"-Projekts im Jahr 1963 schickte die Raumfahrtbehörde noch drei weitere Astronauten in den Orbit und schaffte damit die Voraussetzungen für die nächsten Großprojekte "Gemini" und "Apollo".

John Glenn kam Jahrzehnte später noch zu einem zweiten Einsatz: Als 77-Jähriger flog der Weltraumpionier und US-Senator mit dem Space Shuttle "Discovery" ins All. Mit dem kosmischen Comeback wollten die Nasa-Forscher 1998 testen, wie sich die Schwerelosigkeit auf alte Menschen auswirkt. Der Weltraum sei für Senioren "der ideale Ort", kommentierte der angegraute Astronaut nach seiner Rückkehr.

Martin Paetsch



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