Historisches Gefährt Gagarins Test-Raumkapsel versteigert

Ein Stück Raumfahrtgeschichte hat den Besitzer gewechselt: Für knapp 2,9 Millionen Dollar hat ein russischer Geschäftsmann die "Wostok"-Raumkapsel ersteigert, die bei der Generalprobe für Jurij Gagarins ersten Flug ins All zum Einsatz kam.

Raumkapsel "Wostok 3KA-2": Für 2,9 Millionen Dollar versteigert
AFP

Raumkapsel "Wostok 3KA-2": Für 2,9 Millionen Dollar versteigert


New York - Sie war eines der ersten Raumschiffe im All: Die Kapsel "Wostok 3KA-2" hat im März 1961 eine Kosmonautenpuppe und einen lebenden Hund ins All und zurück zur Erde gebracht. Es war der letzte Test vor dem ersten bemannten Flug ins All: Am 12. April 1961 startete Jurij Gagarin mit der baugleichen "Wostok 3KA-3" in den Orbit.

Jetzt ist die Generalproben-Raumkapsel in New York versteigert worden. Der russische Geschäftsmann Jewgeni Jurtschenko hat nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's am Dienstag die "Wostok 3KA-2" für 2,88 Millionen Dollar (knapp zwei Millionen Euro) gekauft. Er wolle das Raumschiff wieder zurück nach Russland bringen. "Ich hoffe, dass die 'Wostok' ihren Platz in einem Museum findet, das sich der Geschichte des russischen Raumfahrtprogramms widmet", erklärte Jurtschenko.

Die Versteigerung fand am 50. Jahrestag des ersten bemannten Raumflugs statt. Dennoch blieb der Erlös am unteren Rand der vorherigen Schätzungen über den Wert der Kapsel, die zwischen zwei und zehn Millionen Dollar lagen. Nach Angaben von Sotheby's hatte der Verkäufer, der anonym bleiben wollte, die Kapsel vor Jahren privat in Russland gekauft.

Die "Wostok 3KA-2"-Raumkapsel misst etwas über zwei Meter im Durchmesser und ist aus einer Aluminiumlegierung hergestellt. Die Innenausstattung wurde aus Sicherheitsgründen entfernt. Bis 1986 galt sie in der Sowjetunion als Staatsgeheimnis.

Wo die Space Shuttles ihre letzte Ruhestätte finden

Zuvor hatte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am 30. Jahrestag des ersten Space-Shuttle-Starts bekannt gegeben, wo die letzten Raumfähren ihren Ruhestand verbringen werden. 21 Museen und Besucherzentren hatten sich um die drei noch zu vergebenden Raumfähren beworben. Schon vorher stand fest, dass die "Discovery" an das Smithsonian Institute geht, die dafür den Raumfähren-Prototyp "Enterprise" abgibt.

Die "Enterprise", mit der in den siebziger Jahren die ersten Flugtests durchgeführt wurden, geht an das Intrepid Museum in New York. Die Raumfähre "Atlantis" wird nach ihrem letzten Flug, der am 28. Juni beginnen soll, in Cape Canaveral bleiben. Sie wird im Besucherzentrum des Kennedy Space Center ausgestellt. Die "Endeavour", die am 29. April auf ihre letzte Reise gehen soll, wird anschließend im California Science Center ausgestellt - nur wenige Kilometer von der Fabrik entfernt, wo sie einst gebaut wurde.

mbe/dapd/dpa

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