Hitzeschild Keine "Endeavour"-Reparatur im All

Der US-Shuttle wird mit beschädigtem Hitzeschild zur Erde zurückkehren. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa beschloss: Der Schaden vom Start stellt kein Risiko dar, im All repariert werden muss er nicht. Einstimmig war dieser Beschluss aber nicht.


Houston - Die Nasa hat sich gegen eine Reparatur des Hitzeschildes der Raumfähre "Endeavour" entschieden. Die riskante Reparatur im All sei nicht notwendig, teilte die US-Raumfahrtbehörde am Donnerstag (Ortszeit) mit. Eine Woche lang hatten die Experten am Boden über den kleinen Schaden am Hitzeschild gegrübelt. "Er stellt kein Risiko für die Besatzung dar, und wir erwarten nicht, dass er irgendeinen Schaden an der Struktur der Fähre verursachen wird", sagte Nasa-Manager John Shannon jetzt.

Fenster zur Erde: Astronaut Scott Kelly fotografierte aus einem Fenster der ISS das Space Shuttle "Endeavour" und die Erde
DPA

Fenster zur Erde: Astronaut Scott Kelly fotografierte aus einem Fenster der ISS das Space Shuttle "Endeavour" und die Erde

Der Riss hat nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Größe von knapp neun Zentimetern mal fünf Zentimetern. Am Hitzeschild des Shuttles hatte beim Start der Mission zur Internationalen Raumstation ISS vor einer Woche ein Stück Isolierschaum Teile zweier Kacheln aus dem Hitzeschild gerissen.

Nasa-Missionschef John Shannon hatte sich bereits am Mittwoch optimistisch gezeigt, dass eine Reparatur wohl nicht nötig sein werde. Die Entscheidung war wegen fehlender Testergebnisse jedoch zunächst vertagt worden. Die "Endeavour" soll mit ihren sieben Astronauten am kommenden Mittwoch zur Erde zurückkehren.

Eine Reparatur im All hätte bedeutet, dass zwei Astronauten ins All ausgestiegen und das Loch im Hitzeschild mit einer hitzebeständigen Paste füllen würden. Technisch wäre das möglich: Die Raumfahrer könnten sich mit dem Roboterarm des Shuttles genau zur schadhaften Stelle hieven lassen. Shannon sagte, dass Nasa-Experten ausgiebige Tests mit Modellen der schadhaften Kacheln durchgeführt haben. Die Entscheidung sei allerdings nicht einstimmig gefallen.

hkr/AFP/Reuters



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