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08. Juni 2013, 15:42 Uhr

Satellitenbild der Woche

Geflutetes Land

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat eine Übersichtsaufnahme der Flutgebiete in Deutschland veröffentlicht. Die Aufnahmen des Satelliten "Terra" zeigen sehr eindrücklich, welch große Bereiche vom Hochwasser betroffen sind.

Sandsäcke, Schlauchboote, Stiefel: Im Kampf gegen die Fluten an Elbe, Saale, Mulde, Donau und anderen Flüssen spielt Lowtech die Hauptrolle. So scheint es zumindest. Mit physischer Kraft und Einsatz oft über die Belastungsgrenzen hinaus versuchen Helfer, das Schlimmste zu verhindern oder Not dort zu lindern, wo der Extremfall bereits eingetreten ist.

Doch die Kämpfer gegen die Flut können durchaus auch von Hightech profitieren. So sollen Satellitenbilder bei der Planung von Einsätzen helfen. Am Zentrum für Kriseninformation (ZKI) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind dazu detaillierte Karten entstanden. Für diese Bilder wurden unter anderem hochauflösende Fotos des Radarsatelliten "TerraSAR-X" verwendet. Auch mit einem Flugzeug vom Typ "Do-228" waren die DLR-Experten über die Flutgebiete geflogen - um weitere, besonders hochauflösende Bilder zu machen.

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat außerdem eine Übersichtsaufnahme der Flutgebiete veröffentlicht. Für die Bilder wurden Informationen im Bereich des sichtbaren Lichts mit Infrarotdaten kombiniert. Die Aufnahmen des Satelliten "Terra" zeigen sehr eindrücklich, welch große Bereiche überschwemmt sind. Das "Modis"-Experiment auf dem Satelliten hat die Region einmal am 5. Mai und einmal am 6. Juni aufgenommen. Der Unterschied auf den Falschfarbenbildern ist immens.

Schuld an den Überschwemmungen waren neben großen Regenfällen vor allem die massiven Wassermengen, die sich bereits seit Wochen im Boden angesammelt hatten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits Ende Mai darauf hingewiesen, dass die Bodenfeuchte mancherorts so hoch war wie seit 50 Jahren nicht mehr.

Auch dazu hat ein Satellit wichtige Informationen geliefert. Das europäische Observatorium "Smos" fand heraus, dass ein Kubikmeter Boden in den betroffenen Gebieten schon vor der Flut bis zu 500 Liter Wasser gespeichert hatte. "Alles, was dann noch als Regen gefallen ist, konnte vom Boden nicht mehr aufgenommen werden - und ist direkt als Oberflächenabfluss in die Flüsse gegangen", so Susanne Mecklenburg, Missionsmanagerin für "Smos" bei der Europäischen Weltraumagentur.

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chs

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