Mission "Hope" Vereinigte Arabische Emirate schicken Sonde Richtung Mars

Nach zweimaligem Aufschub haben die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) ihre erste Marsmission gestartet. Eine Raumsonde soll das Klima des Roten Planeten über ein komplettes Marsjahr erfassen.
Der Start der H2A-Trägerrakete in Japan - die Sonde "Hope" soll das Klima auf dem Mars erforschen

Der Start der H2A-Trägerrakete in Japan - die Sonde "Hope" soll das Klima auf dem Mars erforschen

Foto: Hiroki Yamauchi/ dpa

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben als erste arabische Nation erfolgreich eine Raumsonde in Richtung Mars geschickt. Eine in Japan entwickelte Trägerrakete vom Typ H2A hob am Montagmorgen (Ortszeit) vom südjapanischen Weltraumbahnhof auf der Insel Tanegashima ab. Das berichtete der japanische TV-Sender NHK. Im Februar 2021 soll die Sonde nach sieben Monaten ihre Umlaufbahn um den Roten Planeten erreichen. Die Marsmission trägt den Titel "Hope" . Der Start der Trägerrakete war eigentlich in der vergangenen Woche vorgesehen gewesen, musste aber wegen schlechten Wetters verschoben werden.

Ziel der Mission ist es, das erste vollständige Bild des Marsklimas über ein komplettes Marsjahr zu erfassen, das 687 Tage umfasst. Die 1350 Kilogramm schwere Raumsonde soll unter anderem die Atmosphäre sowie Wetterveränderungen und den Wechsel der Jahreszeiten beobachten. Die Forscher wollen mit den Ergebnissen auch der Frage nachgehen, wieso das Wasser auf dem Mars verschwunden ist . Forscher an mehr als 200 Hochschulen und Instituten sollen erstmals die Gelegenheit haben, die Marsatmosphäre zu jeder Tages- und Jahreszeit zu beobachten.

Mit etwa 121.000 Kilometern pro Stunde durchs All

Auf ihrer Reise zum Mars legt die Raumsonde 450 Millionen Kilometer zurück und fliegt mit etwa 121.000 Kilometern pro Stunde durchs All. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen soll die Marsmission aber auch die Wirtschaft und den Bildungssektor der VAE weiter voranbringen. Die Emirate wollen in der Zukunft unabhängiger vom Erdöl werden und bauen ihr Weltraumprogramm stark aus. Im Herbst vergangenen Jahres schickten die Emirate ihren ersten Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS.

Der Leiter der Mission, Omran Scharaf, dankte Japan zuvor für die Unterstützung. Der Auftrag aus den Vereinigten Arabischen Emiraten für einen Start mit der vom japanischen Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries entwickelten H2A-Rakete ist der bisher vierte, den die asiatische Hightech-Nation aus dem Ausland hereinholen konnte. Um das Geschäft mit der Beförderung von Weltraumflugkörpern herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Japan will dabei mitmischen.

cop/dpa
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