Nach technischen Problemen Deutscher Mars-Maulwurf gräbt wieder

Mit einem Bohrgerät wollen Forscher die Geologie des Mars erforschen. Doch schon nach 30 Zentimetern hatte der Maulwurf Schwierigkeiten, tiefer in den Boden vorzudringen. Nun ist das Problem gelöst - vorerst.

Mars-Maulwurf bei der Arbeit: Landeplatz nördlich des Mars-Äquators
NASA/JPL-Caltech/dpa

Mars-Maulwurf bei der Arbeit: Landeplatz nördlich des Mars-Äquators


Nach sechs Monaten Pause gräbt der Mars-Maulwurf wieder: Das in Deutschland entwickelte Gerät hat sich in den vergangenen zehn Tagen gut zwei Zentimeter weiter in die Tiefe bewegt. Das seien "gute Nachrichten", teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Freitag in Köln mit.

Das als Maulwurf bezeichnete Gerät HP3 soll den Wärmestrom im Inneren des Roten Planeten messen und dafür fünf Meter tief in den Marsboden eindringen. Es steckte aber mehr als ein halbes Jahr lang in nur 30 Zentimetern Tiefe fest.

Die DLR-Wissenschaftler vermuteten, dass der Maulwurf an den Seitenwänden des bereits gegrabenen Lochs keinen Halt mehr fand und deshalb auf der Stelle hüpfte, anstatt sich weiter nach unten zu bohren. Deshalb sollte der Mars-Maulwurf mit der Schaufel eines Roboterarms gegen die Seitenwand gedrückt werden, um ihm so den nötigen Halt zu geben.

Mit Schaufeldruck tiefer ins Marsgestein

Der Plan ging offenbar auf, und der Maulwurf konnte sich Stück für Stück nach unten hämmern. Für die etwa zwei Zentimeter seien insgesamt 220 Hammerschläge nötig gewesen. Nun solle sich der Maulwurf mithilfe des seitlichen Schaufeldrucks weiter bewegen - bis unter die Marsoberfläche. Danach müsse man abwarten, ob er alleine vorankomme, so das DLR.

Das Gerät war im November 2018 an Bord des Landeapparates "Insight" auf dem Mars gelandet. Nach dem Eintritt in die Mars-Atmosphäre war der Roboter mithilfe von Bremsraketen und einem Fallschirm in einem äußerst komplizierten Manöver abgesenkt worden. Sein Landeplatz liegt in der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators.

Landungen auf dem Mars gelten als extrem schwierig - nur etwa 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren der Nasa zufolge erfolgreich. Zuletzt hatte die Nasa 2012 den Rover "Curiosity" erfolgreich auf den Mars gebracht. Im Gegensatz zu "Curiosity" bleibt der neue Marsroboter während seines Einsatzes immer an ungefähr derselben Stelle.

jme/dpa



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