Probleme beim Hämmern Deutscher Mars-Maulwurf macht erst einmal Pause

Fünf Meter tief in den Marsboden soll ein in Deutschland entwickeltes Messgerät der Sonde "Insight" graben. Doch schon nach 30 Zentimetern hat es Schwierigkeiten bekommen. Die Forscher haben sich eine Denkpause verordnet.

Grafische Darstellung des Landeroboters "InSight" auf dem Mars, das Messgerät "HP3" ist rechts zu sehen
NASA/AP/dpa

Grafische Darstellung des Landeroboters "InSight" auf dem Mars, das Messgerät "HP3" ist rechts zu sehen


Die Frage ist faszinierend: In welcher Tiefe im Boden des Planeten Mars könnte es flüssiges Wasser geben - und damit die Voraussetzungen für einfache Lebensformen?

Die Zutaten sind im Prinzip vorhanden. Wassereis gibt es an der Oberfläche. Und aus dem Inneren des Mars wird ständig Wärme nach außen abgestrahlt, wie es auch auf der Erde der Fall ist. Nur wissen Wissenschaftler bisher nicht präzise genug, wie dieser Wärmetransport funktioniert.

Abhilfe soll ein in Deutschland entwickeltes Gerät der Nasa-Marssonde "Insight" schaffen. Die Messvorrichtung namens "HP3" soll sich bis zu fünf Meter tief in den Boden der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators wühlen, wo der Forschungsroboter Ende November gelandet ist. Dazu verfügt sie über einen Mechanismus zum Hämmern - und der macht den beteiligten Forschenden gerade ein bisschen Sorgen.

Hindernis im Untergrund

Tilman Spohn, der verantwortliche Forscher beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) berichtet in einem Blogbeitag von Schwierigkeiten beim Einsatz des Mars-Maulwurfs. Die gute Nachricht: "HP3" hat tatsächlich begonnen, sich mit Tausenden kleinen Schlägen in den Boden zu hämmern. Die schlechte Nachricht: Dabei ist er womöglich auf ein Hindernis gestoßen, einen Stein zum Beispiel. Und nach einem zunächst guten Start später kaum noch vorangekommen.

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Außerdem steht "HP3" inzwischen deutlich geneigt, ein Zeichen für einen unerwarteten Widerstand im Untergrund. Es sehe so aus, als sei der Mechanismus zwei Mal hintereinander auf Widerstand im Boden gestoßen, etwa einen Kiesel. Aktuell sei "HP3" in einer Tiefe von 28 bis 32 Zentimetern angekommen, glaubt Spohn.

Allerdings beginnt das Messgerät erst ab 50 Zentimetern mit der Datenaufnahme. Das hat damit zu tun, dass die betreffenden Sensoren auf einem Kabel untergebracht sind, das hinter dem Hämmer-Mechanismus ins Loch gezogen wird. Und erst wenn der Maulwurf tief genug im Marsboden ist, hat der erste dieser Sensoren Kontakt mit dem Material dort.

"HP3" auf dem Mars - hier noch vor dem Start der Hämmerei
DPA / NASA / JPL-Caltech

"HP3" auf dem Mars - hier noch vor dem Start der Hämmerei

Die Forscher wollen aber eigentlich in mindestens drei Meter Tiefe kommen. Dort beeinflussen die schwankenden Temperaturen an der Oberfläche den Hitzefluss im Boden nicht mehr - und sinnvolle Messungen sind möglich. Davon ist man derzeit noch weit entfernt.

Nun will das Team erst einmal für zwei Wochen eine Hämmer-Pause einlegen, um das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Der Maulwurf hätte ohnehin nicht ununterbrochen hämmern sollen, sondern zum Abkühlen immer wieder einmal zwei Tage pausieren. Diese Unterbrechung dauert nun etwas länger.

chs

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insgesamt 2 Beiträge
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Normal001 10.03.2019
1. Stein drunter?
Warum erklärt niemand, auch nicht auf den offiziellen Seiten, warum man nun so tut, als ob man nicht damit hätte rechnen müssen, dass bei einer jahrelang geplanten metertiefen Bohrung ins Unbekannte auf einem anderen Planeten vielleicht nicht doch auch mal ein Stein auftauchen könnte? Schade.
erwachsener 12.03.2019
2.
Zitat von Normal001Warum erklärt niemand, auch nicht auf den offiziellen Seiten, warum man nun so tut, als ob man nicht damit hätte rechnen müssen, dass bei einer jahrelang geplanten metertiefen Bohrung ins Unbekannte auf einem anderen Planeten vielleicht nicht doch auch mal ein Stein auftauchen könnte? Schade.
Weil man nich so tut. De Möglikchkeit von Steinen im Untergrund wurde ausgiebig berücksichtigt, das Verhalten des Maulwurfs beim "finden" eines Steins getestet und der Landeplatz mit Rücksicht auf eine möglichst geringe Zahl von Steinen ausgewählt. Warum erklärt niemand den Foristen, daß sie nicht innerhalb von 5 Minuten auf Einfälle kommen können, die jenen, die jahrelang an einem Projekt arbeiten, nicht schon längst gekommen sind?
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