"Hubble"-Entdeckung 4 Kosmische Geburten

Dass gebündelte Gasströme im Verlauf einer Sterngeburt entstehen, wissen Astronomen seit Langem. Ein Sternenembryo kann ein Paar solcher "Jets" ausstoßen, das sich über mehrere Lichtjahre erstreckt. Doch wie entstehen diese Gasströme?


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Möglich ist, dass ein großräumiges Magnetfeld mit der Gas- und Staubscheibe um das junge Objekt verwoben ist. Dann wäre die durch die Strahlung des Sterns ionisierte Materie gezwungen, sich entlang der magnetischen Feldlinien zu bewegen, und würde dadurch herausgeschleudert werden, ähnlich wie Perlen auf einer rotierenden Schnur.

Orionnebel: Wie Amöben sehen die Staubscheiben um die jungen Sterne aus
NASA/J. Bally/H. Throop/C.R. O'Dell

Orionnebel: Wie Amöben sehen die Staubscheiben um die jungen Sterne aus

Dieses Modell sagt voraus, dass die Jets vom Zentrum der Scheibe ausgehen – und genau das konnten die Astronomen mit dem Weltraumteleskop erkennen.

Eine andere Hypothese musste hingegen begraben werden. Die Forscher hatten erwartet, dass die zirkumstellaren Scheiben tief in den Gaswolken der Sternentstehungsregionen verborgen und deshalb unbeobachtbar sind. "Hubble" lieferte Bilder zahlreicher unverdeckter Scheiben, die leicht zu erkennen sind, sich vor dem Hintergrund der Gasnebel abzeichnen und als Entstehungsorte für Planeten gelten. Deshalb werden sie "Proplyds" (nach englisch: proto-planetary disks) genannt. Mindestens jeder zweite junge Stern scheint eine solche Scheibe zu besitzen.

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