"Hubble"-Reparatur Heimwerkereinsatz mit kleinen Schwierigkeiten

Bisher laufen die Arbeiten der "Atlantis"-Besatzung am Weltraumteleskop "Hubble" nach Plan. So hat das Teleskop mittlerweile eine frische Kamera an und einen neuen Computer. Doch mit kleinen Widrigkeiten haben die Astronauten bei ihrer Arbeit durchaus zu kämpfen.


Houston - Der erste Einsatz lief nicht ohne Schwierigkeiten ab, der zweite begann mit leichter Verspätung: Zwei Teile, mit denen die alte Kamera an "Hubble" montiert war, erwiesen sich als widerspenstig. Die Astronauten John Grunsfeld und Drew Feustel mussten erst mehrere Werkzeuge ausprobieren, bevor sie sich entfernen ließen. Mehr als eine Stunde hatte Feustel beim ersten Reparatureinsatz mit einem festsitzenden Bolzen zu kämpfen.

"Der saß da seit 16 Jahren und wollte einfach nicht herauskommen", sagte der Astronaut. Kein Wunder: Die alte Kamera wurde bereits im Dezember 1993 installiert und hat mehr als 135.000 Aufnahmen zur Erde gesendet.

In insgesamt fünf Außeneinsätzen macht die "Atlantis"-Besatzung derzeit das Weltraumteleskop "Hubble" fit für die kommenden Jahre. Bei der ersten Etappe wurden Kamera und Bordrechner getauscht. Die neue Kamera im Wert von 132 Millionen Dollar soll noch tiefere Einblicke in den Kosmos ermöglichen als bisher.

Beim zweiten Einsatz am Freitag, der mit einer halben Stunde Verspätung begann, waren die sechs Gyroskope dran. Sie helfen dem Weltraumteleskop bei der Lagekontrolle. Der Austausch der Schwingkreisel hat für die Nasa höchste Priorität, da die Bauteile regelmäßig ausfallen. Drei sind derzeit defekt. Auch der Zugang zu den Gyroskopen ist alles andere als einfach, erklärte die Nasa.

Auch beim ersten Einsatz lief nicht immer alles glatt: So rutschte zwischenzeitlich eine Niete aus einem Werkzeugbeutel und drohte, in die Schwerelosigkeit zu entschweben - wo sie zu einem weiteren Teil gefährlichen Weltraumschrotts geworden wäre. In letzter Sekunde gelang es Grunsfeld jedoch noch, sie einzufangen.

chs/dpa/AP/AFP/Reuters



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