Rekordbild des "Hubble"-Teleskops Mein Gott, es ist voller Sterne!

Seine 1,5 Milliarden Pixel könnten 700 HD-Bildschirme füllen: Das größte je veröffentlichte Bild des "Hubble"-Weltraumteleskops zeigt die Andromeda-Galaxie in nie gesehener Schärfe. Zu sehen sind mehr als hundert Millionen Sterne und Tausende Sternhaufen.

NASA, ESA, J. Dalcanton

Es ist einer der bekanntesten Sätze, die das Science-Fiction-Genre hervorgebracht hat: "Mein Gott - es ist voller Sterne!", sagt David Bowman, bevor er in den rätselhaften schwarzen Monolithen gezogen wird. Der Satz aus Arthur C. Clarkes Roman "2001: A Space Odyssey" und aus "2010", dem Sequel zu Stanley Kubricks "2001"-Verfilmung, kommt einem unwillkürlich beim Betrachten des neuesten "Hubble"-Fotos in den Sinn. Das Weltraumteleskop hat 411 Fotos der Andromeda-Galaxie geschossen, die nun zu einem gigantischen Bild mit 69.536 mal 22.230 Bildpunkten - also mehr als 1,5 Gigapixeln - zusammengesetzt wurden.

Der Andromeda-Nebel, auch als Messier 31 oder NGC 224 bekannt, gehört zu den am besten erforschten Galaxien überhaupt, da er nur 2,5 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt liegt und ihr relativ ähnlich ist. Doch noch nie wurde das Sternsystem so scharf abgebildet wie auf dem Bild, das die Weltraumbehörden Nasa und Esa jetzt veröffentlicht haben. Obwohl es nur rund ein Drittel der Andromeda-Galaxie abdeckt, zeigt es mehr als hundert Millionen Sterne, Staubschwaden, gigantische Regionen neu entstehender Sonnen, Tausende Sternhaufen und im Hintergrund weitere Galaxien.

Fotostrecke

9  Bilder
Andromeda-Galaxie: Das 1,5-Gigapixel-Foto
In bester Qualität hat das Bild eine enorme Größe von 4,3 Gigabyte. Wer es dennoch in voller Auflösung genießen möchte, kann das Zoom-Tool der Esa benutzen. Da es allerdings nicht auf Smartphones und Tablets funktioniert, zeigt SPIEGEL ONLINE eine Auswahl von Impressionen in einer Fotostrecke.

Das Bild, das im Rahmen des PHAT-Projekts ("Panchromatic Hubble Andromeda Treasury") entstanden ist, bietet nicht nur einen faszinierenden Anblick, sondern auch wichtige Informationen für Astronomen. Nach Angaben der Esa ist es der Qualitätsstandard für Bilder von Spiralgalaxien, zu denen neben Andromeda auch die Milchstraße zählt, deren sichtbare Scheibe mit einem Durchmesser von rund 100.000 Lichtjahren aber rund 40.000 Lichtjahre kleiner ist. Die hohe Auflösung des Bildes helfe zudem dabei, das Licht anderer Galaxien zu interpretieren, die eine ähnliche Struktur besitzen, aber viel weiter von der Erde entfernt sind.

Virtuelles Weltall
Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Satz "Mein Gott - es ist voller Sterne!" sei in Stanley Kubricks Film "2001" gefallen. Tatsächlich kam er jedoch erst in "2010", dem Sequel zu "2001", vor.

mbe



insgesamt 53 Beiträge
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n01 06.01.2015
1. Wahnsinn!
Wie unheimlich winzig wir doch sind! Jetzt haben wir nur dieses Staubkorn Namens Erde für uns, und kriegen es nicht gebacken, als einzige Intelligente Schöpfung darauf, friedlich zusammen zu leben, und unseren kleinen, verfügbaren Lebensraum umweltmäßig sauber zu halten.
missbrauchtewähler 06.01.2015
2. Dass viele Menschen..
.. im Angesicht dieser unglaublichen zeitlichen, räumlichen und zahlenmäßigen Dimensionen Gott keinen Raum lassen wollen finde ich sehr schade. Ich meine damit ausdrücklich nicht Religionen - die sind menschengemacht. Am Ende kann die ganze Physik nur den Zustand, die Entwicklung und die Entstehungsgeschichte aufzeigen - nicht jedoch die Herkunft. Das "Warum gab es den Urknall", der uns diese unglaublich schönen, vielfältigen Dimensionen gebracht hat Das entzieht sich dann doch komplett unserer Erkenntnisfähigkeit.
markus_wienken 06.01.2015
3.
Zitat von missbrauchtewähler.. im Angesicht dieser unglaublichen zeitlichen, räumlichen und zahlenmäßigen Dimensionen Gott keinen Raum lassen wollen finde ich sehr schade. Ich meine damit ausdrücklich nicht Religionen - die sind menschengemacht. Am Ende kann die ganze Physik nur den Zustand, die Entwicklung und die Entstehungsgeschichte aufzeigen - nicht jedoch die Herkunft. Das "Warum gab es den Urknall", der uns diese unglaublich schönen, vielfältigen Dimensionen gebracht hat Das entzieht sich dann doch komplett unserer Erkenntnisfähigkeit.
Es mag sein, dass es sich unserer Erkenntnisfähigkeit entzieht aber warum sollte man diese Lücke durch etwas ebensowenig greifbares wie Gott ausfüllen?
tashsunrider 06.01.2015
4. @missbrauchtewähler
Ja, in Anbetracht dieser unglaublichen Dimensionen ist die einzige logische Reaktion an einen noch unglaublicheren almaechtigen "Gott" (in welcher Form auch immer) zu glauben der all das aus dem nichts erschaffen hat. (und dessen Existenz noch weniger erklaerbar ist als der Urknall)
ein-berliner 06.01.2015
5. Alte Kamellen
1968 erschien der Roman mit seiner starken Aussage. Die hier veröffentlichten Bilder zeigen doch nur Vergangenheit, sehr alte Versionen von Zuständen. Worin besteht also die Neuigkeit? Es ist doch wieder nur die Arroganz der Winzlinge hier. Amöben, bzw. Parasiten erklären ihre Größe.
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