Abgestürztes indisches Landemodul Nasa veröffentlicht Bild von Trümmerteilen auf dem Mond

Als viertes Land überhaupt wollte Indien auf dem Mond landen - doch das Modul "Vikram" zerschellte. Eine Aufnahme der Nasa soll nun die Absturzstelle zeigen.

Nasa-Aufnahme der Unglücksstelle: Trümmer über mehrere Kilometer verteilt
AFP/Nasa

Nasa-Aufnahme der Unglücksstelle: Trümmer über mehrere Kilometer verteilt


Drei Monate ist das Scheitern der indischen Mondmission her. Jetzt hat die US-Weltraumbehörde Nasa die Überreste des Landemoduls "Vikram" auf dem Erdtrabanten gefunden. Der Lander der "Chandrayaan-2"-Mission ist demnach auf der Mondoberfläche zerschellt. Am Montag (Ortszeit) veröffentlichte Aufnahmen der Nasa sollen die Verteilung der Trümmer über mehrere Kilometer zeigen.

Die indische Raumfahrtbehörde Isro hatte nur Minuten vor der vorgesehenen Landung Anfang September die Verbindung zu dem Landemodul verloren, danach blieb sein Schicksal zunächst ungewiss.

Der Lander war Teil der unbemannten, 142 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) teuren "Chandrayaan-2"-Mission. "Chandrayaan" bedeutet auf Sanskrit "Mondfahrzeug". Ziel war es gewesen, die Oberfläche der Südpolregion zu kartieren, den Boden zu analysieren und Wasser zu suchen. Das könnte in Zukunft als Rohstoff interessant werden, weil sich mit seiner Hilfe Treibstoff für weitere Raketenflüge gewinnen ließe, die noch weiter hinaus ins All führen.

Auch Israel hatte bei der Landung kein Glück

Die Mondlandemission gilt als ein Prestigeprojekt. Indien wäre das vierte Land gewesen, dem eine kontrollierte Landung auf dem Erdtrabanten gelungen ist - nach den USA, der Sowjetunion und China. Daraus wurde nach dem abrupten Ende der aktuellen Mission erst einmal nichts. Im Frühjahr stürzte bereits eine israelische Sonde beim Landeversuch auf dem Mond nach einem technischen Fehler ab.

Für Indien war es die zweite Mission zum Mond. Die erste Mondsonde "Chandrayaan-1" war 2008 gestartet und hatte den Mond umkreist, ohne auf ihm zu landen. Zu der aktuellen Mondmission "Chandrayaan-2" gehörten neben dem Lander "Vikram" ein Orbiter, der Aufnahmen der Mondoberfläche machen und den Kontakt zur Landefähre herstellen sollte, sowie ein Rover.

jok/dpa



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