Ernte auf der ISS Astronauten kosten erstmals Weltraum-Salat

Endlich frisches Gemüse! Zum ersten Mal haben Astronauten der Internationalen Raumstation ISS einen Salat verspeist, der im All herangewachsen ist. Ganz so einfach ist das mit dem Verzehr aber nicht.
Römersalat auf der ISS: Im roten und blauen Licht sieht das Gemüse lila bis pink aus

Römersalat auf der ISS: Im roten und blauen Licht sieht das Gemüse lila bis pink aus

Foto: NASA

"Outredgeous" heißt der rote Römersalat, den Astronauten auf der Internationen Raumstation angepflanzt haben. Nun haben sie die Pflanze, die in der Schwerelosigkeit des Alls herangewachsen ist, auch endlich probiert. Es war das erste Mal, dass ein solches Gewächs gegessen wurde.

"Schmeckt gut, irgendwie wie Rucola", sagte der Astronaut Scott Kelly, der den Salat mit zwei Kollegen verzehrte. Angerichtet hatten sie ihn klassisch mit Olivenöl und Balsamico. Die historischen Bissen wurden live vom Fernsehsender der US-Weltraumbehörde Nasa übertragen.

Angebaut wird Gemüse auf der ISS bereits seit vielen Jahren, um zu untersuchen, wie Pflanzen in der Schwerelosigkeit wachsen. Die amerikanische Weltraumorganisation Nasa will so auch die Verpflegungsoptionen für bemannte Marsmissionen testen.

Sicherheit geht vor

Auch "Outredgeous" wächst bereits zum zweiten Mal auf der ISS: Die ersten Nährstoffkissen mit Salatsamen hatte Astronaut Steve Swanson im Mai 2014 aktiviert und nach gut einem Monat geerntet. Diese Proben wurden allerdings, wie auch das restliche bisher auf der ISS gezogene Gemüse, zur Erde zurückgeschickt und untersucht.

"Mikrobiologisch sah die Analyse der Proben sehr gut aus", sagt Gioia Massa, der das Projekt bei der Nasa mitbetreut. Also bekamen die Astronauten die Erlaubnis zum Verzehr.

Den Römersalat zogen Scott Kelly und sein russischer Kollege Michail Kornijenko seit dem 8. Juli heran. Vorher hatte das Nährstoffkissen mit den Samen 15 Monate auf der ISS gelagert.

Sicherheitshalber desinfizierten die Astronauten die Salatblätter vor dem Essen mit einem säurehaltigen Tuch. Außerdem landete auch diesmal nicht der ganze Salat in den Mägen der Raumfahrer: Die Hälfte der Ernte wird für weitere Untersuchungen gefroren zurück zur Erde fliegen.

Blaue und rote LEDs liefern Energie

Die Pflanzen auf der ISS wachsen unter rotem, blauem und grünem LED-Licht. Da die roten und blauen Lampen mehr Licht aussenden, sieht der Salat in seinem Gewächshaus lila bis pink aus. "Blaue und rote Wellenlängen liefern das Minimum an Energie, die für das Pflanzenwachstum nötig ist", sagt Entwickler Ray Wheeler. Die grünen LEDs seien vor allem dazu da, den Pflanzen ein appetitlicheres Aussehen zu geben.

Gewächshaus fürs All: Rotes und blaues Licht liefert den Pflanzen Energie

Gewächshaus fürs All: Rotes und blaues Licht liefert den Pflanzen Energie

Foto: NASA

Neben dem reinen Ernährungsaspekt will die Nasa in dem Versuch auch untersuchen, inwiefern sich Grünpflanzen und frische Lebensmittel in der Umgebung auf die Psyche auswirken. So könnte das Gewächshaus im All etwa auch der Beschäftigung dienen und das Gefühl stärken, eine sinnvolle Aufgabe zu haben.

jme/AFP
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